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http://www.rki.de/cln_091/nn_200120...fluenza/IPV/Schweineinfluenza__Situation.html
Situationseinschätzung zur Neuen Influenza
Stand 3.6.2009
In Deutschland sind sechs weitere Fälle der Neuen Grippe (Influenza A/H1N1) bestätigt worden: vier von ihnen waren kürzlich in den USA, die betroffenen Bundesländer sind Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen. Ein Jugendlicher aus Bayern hat sich in Großbritannien infiziert, dem derzeit am stärksten betroffenen europäischen Staat. Bei einer erkrankten Frau in Bayern laufen die Untersuchungen zur Ansteckungsquelle noch. Von den insgesamt 37 Fällen in Deutschland wurden 19 aus den USA und 9 aus Mexiko eingeschleppt (die beiden Staaten mit den weitaus meisten Fällen), ein Fall wurde aus Großbritannien eingeschleppt. Sieben Übertragungen sind in Deutschland aufgetreten, in vier Familien von Reiserückkehrern und in einem Krankenhaus. Ein Fall ist noch in Untersuchung. Die Fälle verteilen sich auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (12), Bayern (9), Sachsen-Anhalt (5), Hessen (3), Baden-Württemberg (2), Brandenburg (2), Thüringen (2), Sachsen (1) und Hamburg (1). Die ersten Fälle waren am 29.4.2009 bestätigt worden. In der Regel sind die Erkrankungen in Deutschland mild verlaufen.
Für Deutschland kann keine Entwarnung gegeben werden, mit weiteren Erkrankungen muss gerechnet werden. Es muss vor allem die internationale Situation im Auge behalten werden, um auch zukünftig auf neue Entwicklungen rasch und angemessen reagieren zu können.
Die Weltgesundheitsorganisation erwartet, dass das Virus in weiteren Staaten auftreten wird und sich in den betroffenen Ländern weiter ausbreiten wird („Closing remarks to the 62nd World Health Assembly“, 22.05.2009). Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation gibt es vermutlich keine oder nur eine beschränkte Immunität gegen das neue H1N1-Virus. Bei einer großen Verbreitung könnte auch ein Virus, das bei gesunden Menschen vorwiegend milde Symptome verursacht, große Auswirkungen auf eine Gesellschaft haben („Assessing the severity of an influenza pandemic“ vom 11.5.2009). Das Virus ist gut von Mensch zu Mensch übertragbar. Hinzu kommt, dass Grippeviren ihr Erbgut ständig verändern. Die WHO weist darauf hin, dass das Virus insbesondere in der bevorstehenden Influenzasaison auf der Südhalbkugel Gelegenheit zum Austausch genetischen Materials haben könnte.
Die Symptome der neuen Grippe sind ähnlich wie bei saisonaler Influenza, vor allem Fieber, Atemwegsbeschwerden und Gliederschmerzen. Todesfälle sind bislang nur auf dem amerikanischen Kontinent aufgetreten, die meisten in Mexiko. Außerhalb von Mexiko sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation fast alle Todesfälle bei Menschen mit Grunderkrankungen aufgetreten („Assessing the severity of an influenza pandemic“ vom 11.5.2009). Die WHO weist darauf hin, dass in Ländern mit einer großen Verbreitung des Virus auch schwere und tödliche Infektionen auftreten können („Closing remarks“). Aktuelle Daten zur weltweiten Verbreitung sind auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation zu finden (www.who.int/csr/disease/swineflu/en/index.html), zur Situation in Europa veröffentlicht das Europäische Zentrum für Infektionsschutz und Prävention regelmäßig Updates. Die Neuraminidasehemmer (antivirale Medikamente gegen Influenzaviren) sind nach Angaben des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention bei dem neuen Virus wirksam, siehe FluView Week 17.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das neue Virus am 25.4.2009 als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft, eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten von SARS 2003. Die Weltgesundheitsorganisation hat am 27. April die pandemische Warnphase 4 und am 29. April 2009 die Phase 5 ausgerufen. Phase 5 wird charakterisiert durch eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus in mindestens zwei Staaten einer WHO-Region.
Auf eine solche Situation hat sich Deutschland in den vergangenen Jahren vorbereitet. Das Robert Koch-Institut hat (wie in der Pressemitteilung vom 27.4.2009 mitgeteilt) den gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Nationalen Pandemieplan Anfang 2005 und eine aktualisierte Fassung 2007 veröffentlicht. Der Pandemieplan enthält Maßnahmen, Aufgaben und Handlungsempfehlungen und erläutert die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Pandemieplanung. Für die Einschleppung von Fällen haben die Gesundheitsbehörden des Bundes und der Länder Maßnahmen ergriffen, um die Betroffenen schnell zu behandeln und Infektionen vor Ort möglichst zu vermeiden. Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den Ländern hat das RKI die bestehenden Empfehlungen zum Vorgehen in solchen Situationen an die aktuelle Situation angepasst und den Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Die Maßnahme-Empfehlungen, die regelmäßig überprüft werden, sind auch auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts abrufbar.
Für die Bevölkerung in Deutschland wird nach wie vor keine allgemeine Gefährdung durch die neue Grippe gesehen. Generell empfohlene persönliche Hygienemaßnahmen sollten aber besonders beachtet werden, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern aus betroffenen Regionen. Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und darüber weiterverbreitet werden. Daher wird häufiges Händewaschen empfohlen, außerdem sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden, die die Erreger leicht auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übergehen können. Beim Husten sollte in den Ärmel gehustet werden. Ausführliche Informationen zu persönlichen Schutzmaßnahmen bei Virusinfektionen sind in der Broschüre „Selbstverteidigung gegen Viren“ enthalten, die unter www.wir-gegen-viren.de abrufbar ist.
Weitere Informationen, auch zu Hotlines: www.rki.de/influenza
Stand: 03.06.2009
------------------------------
mein Kommentar:
da soll offensichtlich der Eindruck erweckt werden, dass das Virus
sich noch nicht verbreitet sondern lediglich in Einzelfällen eingeschleppt wird.
Diese Strategie des Herunterspielens sahen wir ja auch in anderen Ländern
(Mexiko,Kanada,USA,England)
Oxford schätzte kürzlich 30000 Fälle in England,
in Deutschland sollte das nicht viel anders sein.
Es ist allgemeine Politik in Europa nur Amerika-Reisende zu untersuchen,
nicht heimische Leute mit Grippesymptomen.
Griechenland hatte kürzlich 2 Europäer getestet und prompt Schweinegrippe
gefunden. Darauf war das derzeitige System in die Kritik geraten,
geändert hat sich aber nichts.
Es kann m.E. durchaus passieren dass wir hier eine Sommerwelle bekommen
mit >10Millionen Fällen , bevor der Impfstoff da ist.
(Wahrscheinlichkeit 40%, sag ich mal so aus dem Ärmel)
Situationseinschätzung zur Neuen Influenza
Stand 3.6.2009
In Deutschland sind sechs weitere Fälle der Neuen Grippe (Influenza A/H1N1) bestätigt worden: vier von ihnen waren kürzlich in den USA, die betroffenen Bundesländer sind Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen. Ein Jugendlicher aus Bayern hat sich in Großbritannien infiziert, dem derzeit am stärksten betroffenen europäischen Staat. Bei einer erkrankten Frau in Bayern laufen die Untersuchungen zur Ansteckungsquelle noch. Von den insgesamt 37 Fällen in Deutschland wurden 19 aus den USA und 9 aus Mexiko eingeschleppt (die beiden Staaten mit den weitaus meisten Fällen), ein Fall wurde aus Großbritannien eingeschleppt. Sieben Übertragungen sind in Deutschland aufgetreten, in vier Familien von Reiserückkehrern und in einem Krankenhaus. Ein Fall ist noch in Untersuchung. Die Fälle verteilen sich auf die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (12), Bayern (9), Sachsen-Anhalt (5), Hessen (3), Baden-Württemberg (2), Brandenburg (2), Thüringen (2), Sachsen (1) und Hamburg (1). Die ersten Fälle waren am 29.4.2009 bestätigt worden. In der Regel sind die Erkrankungen in Deutschland mild verlaufen.
Für Deutschland kann keine Entwarnung gegeben werden, mit weiteren Erkrankungen muss gerechnet werden. Es muss vor allem die internationale Situation im Auge behalten werden, um auch zukünftig auf neue Entwicklungen rasch und angemessen reagieren zu können.
Die Weltgesundheitsorganisation erwartet, dass das Virus in weiteren Staaten auftreten wird und sich in den betroffenen Ländern weiter ausbreiten wird („Closing remarks to the 62nd World Health Assembly“, 22.05.2009). Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation gibt es vermutlich keine oder nur eine beschränkte Immunität gegen das neue H1N1-Virus. Bei einer großen Verbreitung könnte auch ein Virus, das bei gesunden Menschen vorwiegend milde Symptome verursacht, große Auswirkungen auf eine Gesellschaft haben („Assessing the severity of an influenza pandemic“ vom 11.5.2009). Das Virus ist gut von Mensch zu Mensch übertragbar. Hinzu kommt, dass Grippeviren ihr Erbgut ständig verändern. Die WHO weist darauf hin, dass das Virus insbesondere in der bevorstehenden Influenzasaison auf der Südhalbkugel Gelegenheit zum Austausch genetischen Materials haben könnte.
Die Symptome der neuen Grippe sind ähnlich wie bei saisonaler Influenza, vor allem Fieber, Atemwegsbeschwerden und Gliederschmerzen. Todesfälle sind bislang nur auf dem amerikanischen Kontinent aufgetreten, die meisten in Mexiko. Außerhalb von Mexiko sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation fast alle Todesfälle bei Menschen mit Grunderkrankungen aufgetreten („Assessing the severity of an influenza pandemic“ vom 11.5.2009). Die WHO weist darauf hin, dass in Ländern mit einer großen Verbreitung des Virus auch schwere und tödliche Infektionen auftreten können („Closing remarks“). Aktuelle Daten zur weltweiten Verbreitung sind auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation zu finden (www.who.int/csr/disease/swineflu/en/index.html), zur Situation in Europa veröffentlicht das Europäische Zentrum für Infektionsschutz und Prävention regelmäßig Updates. Die Neuraminidasehemmer (antivirale Medikamente gegen Influenzaviren) sind nach Angaben des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention bei dem neuen Virus wirksam, siehe FluView Week 17.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das neue Virus am 25.4.2009 als gesundheitliches Risiko von internationaler Bedeutung eingestuft, eine vergleichbare Einstufung gab es beim Auftreten von SARS 2003. Die Weltgesundheitsorganisation hat am 27. April die pandemische Warnphase 4 und am 29. April 2009 die Phase 5 ausgerufen. Phase 5 wird charakterisiert durch eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus in mindestens zwei Staaten einer WHO-Region.
Auf eine solche Situation hat sich Deutschland in den vergangenen Jahren vorbereitet. Das Robert Koch-Institut hat (wie in der Pressemitteilung vom 27.4.2009 mitgeteilt) den gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Nationalen Pandemieplan Anfang 2005 und eine aktualisierte Fassung 2007 veröffentlicht. Der Pandemieplan enthält Maßnahmen, Aufgaben und Handlungsempfehlungen und erläutert die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Pandemieplanung. Für die Einschleppung von Fällen haben die Gesundheitsbehörden des Bundes und der Länder Maßnahmen ergriffen, um die Betroffenen schnell zu behandeln und Infektionen vor Ort möglichst zu vermeiden. Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und den Ländern hat das RKI die bestehenden Empfehlungen zum Vorgehen in solchen Situationen an die aktuelle Situation angepasst und den Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Die Maßnahme-Empfehlungen, die regelmäßig überprüft werden, sind auch auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts abrufbar.
Für die Bevölkerung in Deutschland wird nach wie vor keine allgemeine Gefährdung durch die neue Grippe gesehen. Generell empfohlene persönliche Hygienemaßnahmen sollten aber besonders beachtet werden, insbesondere bei Kontakt zu Reiserückkehrern aus betroffenen Regionen. Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und darüber weiterverbreitet werden. Daher wird häufiges Händewaschen empfohlen, außerdem sollten die Hände vom Gesicht ferngehalten werden, die die Erreger leicht auf die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund übergehen können. Beim Husten sollte in den Ärmel gehustet werden. Ausführliche Informationen zu persönlichen Schutzmaßnahmen bei Virusinfektionen sind in der Broschüre „Selbstverteidigung gegen Viren“ enthalten, die unter www.wir-gegen-viren.de abrufbar ist.
Weitere Informationen, auch zu Hotlines: www.rki.de/influenza
Stand: 03.06.2009
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mein Kommentar:
da soll offensichtlich der Eindruck erweckt werden, dass das Virus
sich noch nicht verbreitet sondern lediglich in Einzelfällen eingeschleppt wird.
Diese Strategie des Herunterspielens sahen wir ja auch in anderen Ländern
(Mexiko,Kanada,USA,England)
Oxford schätzte kürzlich 30000 Fälle in England,
in Deutschland sollte das nicht viel anders sein.
Es ist allgemeine Politik in Europa nur Amerika-Reisende zu untersuchen,
nicht heimische Leute mit Grippesymptomen.
Griechenland hatte kürzlich 2 Europäer getestet und prompt Schweinegrippe
gefunden. Darauf war das derzeitige System in die Kritik geraten,
geändert hat sich aber nichts.
Es kann m.E. durchaus passieren dass wir hier eine Sommerwelle bekommen
mit >10Millionen Fällen , bevor der Impfstoff da ist.
(Wahrscheinlichkeit 40%, sag ich mal so aus dem Ärmel)