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Einsichten und Selbstkritik: Bew?ltigung der H1N1 Influenza Pandemie in Deutschland (RKI: Mai 2010)

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  • Einsichten und Selbstkritik: Bew?ltigung der H1N1 Influenza Pandemie in Deutschland (RKI: Mai 2010)

    Erster Erfahrungsaustausch zur H1N1-Pandemie in Deutschland 2009/2010
    Bericht ?ber einen Workshop am 22. und 23. M?rz 2010 in Berlin


    http://www.rki.de/cln_178/nn_200120/...-3_KrauseG.pdf

    (?)
    Auch wenn und gerade weil die Pandemie mit dem pandemischen Influenzavirus (H1N1) 2009 global noch nicht beendet ist, erscheint es notwendig, zeitnah einen Prozess der Aufarbeitung und Anpassung der Pandemieplanung einzuleiten und Konsequenzen f?r die Zukunft zu ziehen. Hierzu organisierte das RKI einen Erfahrungsaustausch mit dem Ziel, einen Beitrag f?r weiterf?hrende Auswertungen zu leisten, die auf ?rtlicher, Landes- und Bundesebene sowie in nationalen Verb?nden und internationalen Gremien und Organisationen erfolgen werden.

    Das RKI hatte Vertreterinnen und Vertreter der ?rzteschaft, verschiedener Berufs- und Fachverb?nde sowie Beh?rden, Ministerien und Journalisten eingeladen, die an der Planung und Umsetzung von Ma?nahmen im Rahmen einer Pandemie in besonderer Weise beteiligt sind.

    Die 85 Teilnehmer wurden entsprechend ihrer Expertise und der von ihnen eingereichten Themenvorschl?ge einer dieser Gruppen zugeteilt. Die Diskussionen wurden von einem Mitglied der Arbeitsgruppe moderiert und einem Mitarbeiter des RKI protokolliert.




    Ergebnisse (nur ausgew?hlte Ausz?ge !):


    Die Entscheidung zur Deeskalation, das hei?t zur Reduzierung und Vereinfachung von Ma?nahmen, fiel hingegen aus Sicht vieler Beteiligter zu sp?t. So wurde zum Beispiel die bereits am 2. Mai 2009 eingef?hrte Meldepflicht f?r Verdachtsf?lle erst am 14. November 2009 aufgehoben.

    Es fehlte an Informationsstrukturen f?r die Erfassung schwerer Krankheitsverl?ufe und der Gesamtmortalit?t.

    Es bestand Einigkeit dar?ber, dass neue Surveillanceinstrumente nicht effektiv w?hrend eines Ereignisses etabliert werden k?nnen. Die Versuche, die erforderlichen Informationen ?ber aufwendige Zusatzerhebungen und improvisierte Freitext?bermittlungen im Rahmen der derzeitigen ?bermittlungs- und IT-Strukturen des Infektionsschutzgesetzes zu erfassen, erwiesen sich als wenig geeignet und zu personalintensiv.

    Um das Meldepflichtsystem entlasten zu k?nnen, m?ssen ?bermittlungsprozesse beschleunigt und weiter automatisiert werden. Auch das kurzfristig aufgebaute pandemische Influenza-Krankenhaus-Surveillancesystem (PIKS) kam zu sp?t und war nicht repr?sentativ.

    Der hohe medizinische Standard und die guten labordiagnostischen Kapazit?ten in Deutschland haben vermutlich zur Vermeidung von Todesf?llen beigetragen. Aber es ist bisher kaum wahrgenommen worden, dass nach Einsch?tzung verschiedener Krankenhaus?rzte eine etwas l?ngere Dauer der Influenzawelle im Herbst zu Engp?ssen in der intensivmedizinischen Versorgung, insbesondere bei der extra?korporalen Membranoxygenierung, gef?hrt h?tte. Die Belastungen einzelner Krankenh?user waren, selbst innerhalb eines Berliner Klinikverbundes, sehr unterschiedlich.


    Das RKI hatte die Influenzakommission f?r den Pandemiefall (Pandemiekommission) unmittelbar einberufen. Diese aus Experten verschiedener Fachgebiete zusammengesetzte Kommission hat die Aufgabe, das RKI in der Pandemie zu beraten. Gegen?ber der ?ffentlichkeit wurde jedoch nicht ausreichend verdeutlicht, dass diese die jeweiligen Empfehlungen von RKI und Paul-Ehrlich-Institut (PEI) fachlich unterst?tzt hat.

    Der Gedanke, dass ein separates externes Gremium direkt die politischen Entscheidungstr?ger zum Beispiel auch in ethischen Fragestellungen zur Priorisierung beraten k?nnte, wurde diskutiert. Gleichzeitig wurde aber auch vor der Einrichtung weiterer Gremien gewarnt, da teilweise der Eindruck bestand, politische Entscheidungsverantwortung sei zu oft auf die Fachebene beziehungsweise an externe Gremien zu delegieren versucht worden. Die Arbeitsgruppe Koordination betonte das Dilemma, dass einerseits die Meinungsf?hrerschaft gr??tenteils beim Bund liege, die finanzielle und exekutive Verantwortung dagegen bei den Bundesl?ndern und Kommunen. Dies warf die Frage auf, ob koordinierende Funkti?onen im Falle eines Bundesl?nder-?bergreifenden Infektionsereignisses von ?ffentlicher Bedeutung k?nftig anders geregelt werden k?nnten.

    Die Verwendung eines adjuvantierten Impfstoffes, eine rasch erfolgte EU-Zulassung und die Auslieferung in 10er-Dosen f?hrten zu einer Verk?rzung der Zeit bis zur Impfstoffauslie?ferung gegen?ber ?blichen saisonalen Influenzaimpfstoffen und zu einer Erh?**** der w?chentlich verf?gbaren Liefermenge. (?)

    Als der Impfstoff dann schlie?lich in Breite verf?gbar wurde, war die Krankheitslast bereits deutlich gesunken und somit ebenfalls das Impfbed?rfnis der Bev?lkerung.


    Die Impfempfehlungen wurden aufgrund der klinischen und epidemiologischen Eigenschaften der pandemischen Influenza (H1N1) 2009 im Rahmen einer risikoorientierten Empfehlung der St?ndigen Impfkommission (STIKO) festgelegt und nicht ? wie urspr?nglich im Pandemieplan vorgesehen ? als staatlich vorzunehmende Priorisierung nach Altersjahrg?ngen.

    Wenngleich es der STIKO gelang, ausreichend lange vor Verf?gbarkeit des Impfstoffes eine ausf?hrlich begr?ndete Impfempfehlung zu ver?ffentlichen, wurde doch deutlich, dass die Gesch?ftsordnung der STIKO f?r eine derart komplexe und zugleich kurzfristige Impfempfehlung nicht geschaffen ist.

    Es lag nicht in der Zust?ndigkeit der STIKO, Empfehlungen zur Dosierung zu geben oder Zielgruppen zur Aufrechterhaltung der ?ffentlichen Sicherheit und Ordnung zu priorisieren.

    Es wurde angemerkt, dass die Rechtsverordnung, in der die Krankenkassen zur ?bernahme der Impfstoffkosten verpflichtet wurden, erst sp?t erlassen wurde. Diese Verz?gerung hat wiederum die Verhandlungen zwischen L?ndern, Kostentr?gern und ?rzten zum Abschluss einer Impfvereinbarung beeintr?chtigt.


    Unstrittig ist, dass Eindosisampullen besser zu handhaben sind als die im Herbst 2009 verwendeten 10er-Ampullen, insbesondere wenn nicht in zentralen Impfstellen, sondern ?ber niedergelassene Arztpraxen geimpft wird. Zudem w?rden damit die Notwendigkeit eines Thiomersal-Zusatzes und die Diskussion um seine Vertr?glichkeit ?berfl?ssig. Vor allem die Schwierigkeit in niedergelassenen Praxen, nicht immer acht bis zehn Impflinge f?r die Verwendung einer 10er-Ampulle organisieren zu k?nnen, hat vielfach dazu gef?hrt, dass impfwillige Patienten sp?t oder ?berhaupt nicht geimpft wurden.


    Bez?glich k?nftiger Pandemieplanungen haben die Erfahrungen im Herbst 2009 auch gezeigt, dass sich eine staatlich zu verantwortende Priorisierung der Impfung bestimmter Funktionstr?ger im Gegensatz zu einer medizinisch begr?ndeten Indikationsstellung ?ber die niedergelassene ?rzteschaft kaum umsetzen l?sst.


    Erfassen von Impfquoten und Impfstoffsicherheit:
    Im Oktober 2009 hatte im Rahmen einer Umfrage in Deutschland etwa ein Drittel der befragten Erwachsenen angegeben, sich impfen lassen zu wollen. Nach aktuellen Sch?tzungen des RKI haben letztlich aber weniger als 15% der chronisch Kranken und weniger als 20% des medizinischen Personals tats?chlich eine Impfung gegen das Pandemievirus erhalten; in der Gesamtbev?lkerung haben sich etwa 7,5% aller Personen impfen lassen. In Irland, Schweden und den Niederlanden wurden dagegen zwei- bis f?nfmal so hohe Impfquoten in den entsprechenden Zielgruppen erreicht.

    Die ?berarbeiteten Pandemiepl?ne m?ssen k?nftig nicht nur schwere, sondern auch weniger einschneidende Pandemien besser ber?cksichtigen.

    Das Verst?ndnis des Prozesses der Impfstoffzulassung und seiner notwendigen Besonderheiten im Vergleich zum Zulassungsverfahren saisonaler Influenzaimpfstoffe oder therapeutischer Arzneimittel war in der Fach?ffentlichkeit wenig verbreitet. Hier h?tte das PEI aktiver und transparenter kommunizieren sollen.

    Auch der Bund hatte schwer vermittelbare Prozesse und Entscheidungen nicht pr?ventiv erl?utert. Eine solche Erl?uterung w?re zum Beispiel bei der Entscheidung n?tig gewesen, f?r die allgemeine Bev?lkerung einen adjuvantierten Spalt-Impfstoff zu verwenden und f?r Bundesbedienstete aber davon abweichend einen nicht adjuvantierten Ganzvirus-Impfstoff.

    Die Vertraulichkeit der Vertr?ge zur Impfstoffbestellung und ihr Zustandekommen hatten zus?tzlich Spekulationen und Argwohn provoziert.

    Internet und andere Medien:
    Eine zwiesp?ltige Rolle bei der Kommunikation spielte das Internet. Einerseits hat das sehr umfangreiche Informationsangebot der Beh?rden im Internet sicher viele Menschen mit verl?sslichen Ausk?nften versorgt (?)

    Andererseits erm?glichte das Internet auch die schnelle und weite Verbreitung von Serienmails mit Falschmeldungen. Zu gro?er Verunsicherung trug die nachweislich falsche Behauptung bei, das im Pandemie-Impfstoff enthalte Squalen sei f?r das sogenannte ?Golfkriegssyndrom? verantwortlich. In Zeiten rascher Meinungsverbreitung durch moderne elektronische Kommunikationsforen sollten diese Informationskan?le zur Fr?herkennung von Fehlinformationen und zur Verbreitung wichtiger verl?sslicher Informationen st?rker genutzt werden.

    Auch zum Thema Impfen wurden entsprechende Informationsmaterialien entwickelt, diese erschienen aber offenbar einerseits zu sp?t und wurden zum anderen nicht so massiv verbreitet wie etwa in Schweden. Filmspots wurden lediglich als Pro-bono-Schaltungen zu eher uneffektiven Sendezeiten gesendet, und Anzeigenschaltungen fanden erst zu einem Zeitpunkt statt, als offenkundig wurde, dass die Impfbeteiligung unzureichend ist.

    Im Rahmen einer repr?sentativen Umfrage des RKI stimmten etwa ein Drittel der Befragten der Aussage zu oder eher zu, dass die Diskussion um die Impfung gegen Schweinegrippe die eigene Einstellung zu Impfungen im Allgemeinen negativ beeinflusst habe.

    Es steht daher zu bef?rchten, dass das Misstrauen der Bev?lkerung durch die Informationsma?nahmen im Herbst vonseiten der Bundesbeh?rden nicht ausreichend abgebaut werden konnte.


    Vollst?ndige Ver?ffentlichung unter:
    http://www.rki.de/cln_178/nn_200120/...-3_KrauseG.pdf

  • #2
    Re: Einsichten und Selbstkritik: Bew?ltigung der H1N1 Influenza Pandemie in Deutschland (RKI: Mai 2010)

    Neue Influenza: Kritischer R?ckblick mit wegweisender Vorausschau 2010 06 04

    Ver?ffentlicht im Deutschen ?rzteblatt (Jg. 107, Heft 18) am 7. Mai 2010
    Dtsch Arztebl 2010; 107(18): A-850 / B-744 / C-732

    http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/...uenza&id=74622



    Neue Influenza: Kritischer R?ckblick mit wegweisender Vorausschau

    Diskussionsrunde beim Deutschen ?rzteblatt: Die Struktur des deutschen Gesundheitssystems hat beim Umgang mit einer drohenden Pandemie zahlreiche Schwachstellen.

    Zylka-Menhorn, Vera

    Am 24. April j?hrte sich der Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Neue Influenza A/H1N1 als ?Notfall f?r die ?ffentliche Gesundheit von internationaler Bedeutung? eingestuft hat. Nach rascher globaler Verbreitung des ?Schweinegrippen?-Virus wurde diese Influenzaform dann am 11. Juni 2009 zur ersten Pandemie seit 40 Jahren erkl?rt. Schreckensmeldungen und Horrorszenarien folgten. Doch ?schwere Krankheitsverl?ufe traten auch bei der deutschen Pandemiewelle im Herbst deutlich seltener auf, als wir erwartet hatten?, urteilt Priv.-Doz. Dr. med. Gerard Krause, Leiter der Abteilung f?r Infektionsepidemiologie am Robert-Koch-Institut (RKI).

    Auch das European Center for Disease Prevention and Control rechnet nicht mehr damit, dass Europa in den n?chsten Wochen eine weitere Welle vermehrter A/H1N1-Infektionen erleben wird. Die Beh?rde geht davon aus, dass sich das Virus im Sommer auf einem niedrigen Verbreitungsniveau halten wird, um sich in der Wintersaison 2010/11 zum dominanten Stamm zu entwickeln. Deshalb sei dieser Virustyp in die Zusammensetzung des n?chsten saisonalen Grippeimpfstoffs aufgenommen worden.

    Dennoch h?lt die WHO weiter an der h?chsten Pandemiestufe fest (auch wenn sie die Angemessenheit ihrer Warnlogik inzwischen von einer unabh?ngigen Expertenkommission ?berpr?fen l?sst). Handelt es sich hierbei erneut um eine der vielen Fehlentscheidungen, die innerhalb der vergangenen zw?lf Monate getroffen worden sind, wie Kritiker behaupten?

    Was alle mehr oder weniger Sachkundigen eint, ist die Feststellung, dass sich das A/H1N1-Virus zu einer der gr??ten Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte f?r den ?ffentlichen Gesundheitsdienst (?GD) entwickelt hat. Gleichzeitig haben sich die Meinungen und ?u?erungen von Wissenschaftlern, Beh?rden und Politikern bei anderen medizinischen Thema selten so widersprochen wie beim Management der Neuen Influenza.

    Daraus entstand eine sehr schwierige Situation f?r die ?rzteschaft bei der Betreuung ihrer Patienten.

    Das Deutsche ?rzteblatt lud zum ?Impfgipfel? ein

    Um einen Prozess der Aufarbeitung einzuleiten und m?gliche Konsequenzen f?r die Zukunft zu entwickeln, hat das Deutsche ?rzteblatt einige der in Deutschland im Bereich der Pandemieerkennung und -pr?vention zust?ndigen Personen und Institutionen am 11. M?rz dieses Jahres zu einer internen Diskussionsrunde nach Berlin eingeladen. Der lebhafte Austausch von teilweise kontr?ren Sichtweisen und Erfahrungen f?hrte zu einigen konkreten Verbesserungsvorschl?gen f?r die Pandemieplanung.


    Die im Folgenden dargestellten Argumente repr?sentieren nicht die Meinung jeder beteiligten Institution oder jedes Teilnehmers, sondern sollen einen Einblick in die gef?hrte Diskussion geben.

    Was gut gelaufen ist

    Bereits im Mai 2009 hatten kanadische Forscher die zehn Gene des Erbguts von A/H1N1 komplett entschl?sselt.

    Die Industrie hat auf Dr?ngen der Wissenschaft und der Politik in f?r sie k?rzester Zeit einen effektiven und sicheren Impfstoff geliefert ? wie erwartet in Sch?ben. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) konnte bei keinem der 48 Patienten, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gestorben sind, ein urs?chlicher Zusammenhang mit der Vakzine best?tigt werden. Allerdings beobachtete man im Vergleich zur saisonalen Grippeimpfung h?ufiger allgemeine (Kopfschmerzen und Fieber) und lokale Impfreaktionen.

    Der mit Adjuvans versehene Pandemie-Impfstoff Pandemrix war in allen klinischen Studien bei Kindern, Erwachsenen und alten Menschen wirksamer als herk?mmliche Impfstoffe. Nach Angaben der Europ?ischen Arzneimittelagentur sind allein in Europa bis Ende M?rz circa 29 Millionen Impfungen verabreicht worden. Dabei zeichnet sich ab, dass diese Vakzine so sicher ist wie bei der europ?ischen Zulassung angenommen. Experten vermuten zudem, dass mit Verst?rkern versetzte Impfstoffe k?nftig deutlich an Bedeutung gewinnen werden, weil sie in vergleichsweise kurzer Zeit und mit weniger Ressourcenaufwand hergestellt werden k?nnen.

    Es wird als richtig erachtet, dass die Bundesl?nder vorsorglich einen Pandemie-Impfstoff bestellt hatten ? zumal Deutschland in einer pandemischen Situation nicht autonom ist und viele L?nder der Erde an einer insgesamt begrenzten Produktionskapazit?t interessiert sind.

    Die Fachkr?fte in der medizinischen Versorgung, im ?ffentlichen Gesundheitsdienst und bei den Bundesbeh?rden haben ?ber Wochen bis an den Rand der Ersch?pfung und der vorhandenen Kapazit?ten zum Wohl der Allgemeinheit gearbeitet.

    Was strukturell kritisiert wird

    Die WHO definiert eine Pandemie bisher nur danach, wie schnell sich ein neues Virus verbreitet ? und zwar unabh?ngig davon, wie h?ufig die Infektion mit milden Krankheitsverl?ufen einhergeht oder nicht.

    Die Kompetenz der Influenza-Kommission f?r den Pandemiefall (?Pandemiekommission?), die aus Experten verschiedener Fachgebiete zusammengesetzt ist, wurde gegen?ber der Bev?lkerung nicht ausreichend verdeutlicht. So war ?ffentlich nicht erkennbar, dass das Gremium konstant im Hintergrund als Ratgeber f?r das RKI und PEI fungierte.

    Der Abbau der Gesundheits?mter erweist sich in nationalen Gesundheitsnotf?llen als falsch.

    Bez?glich der Impflogistik blieb die jeweilige Rolle der niedergelassenen ?rzte einerseits und des ?ffentlichen Gesundheitsdienstes andererseits lange unklar. Zust?ndigkeiten wurden regional sehr unterschiedlich und offenbar nicht ?berall f?r beide Seiten befriedigend geregelt. Nach Angaben von Ministerialdirigent Enno Gosling gab es in Niedersachsen diesbez?glich positive R?ckmeldungen.

    Aufgrund der bestellten Zehnerdosen und der Strategie der Pandemiepl?ne lag zun?chst eine zentrale Verimpfung nahe. Anders als in der Pandemieplanung vorgesehen, erfolgte jedoch eine Indikationsimpfung aufgrund individueller Risikoabw?gung, was wiederum f?r eine Impfung durch Haus?rzte sprach.

    Die Aussage der damaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vom 19. August 2009, dass ?jeder, der geimpft werden m?chte, sich impfen lassen kann? (wenn auch zeitlich gestaffelt), war missverst?ndlich. Denn die L?nder hatten von vornherein gesagt, dass sie in Anbetracht der Lage f?r maximal 30 Prozent der Bev?lkerung Impfstoffe einlagern w?rden.

    Ein Hauptproblem beim Management der Pandemie war das bestehende ? und durch die anstehende Bundestagswahl getriggerte ? Spannungsfeld zwischen Bund und L?ndern. Verfassungsgem?? liegt die Verantwortung f?r die Bestellung und die Bezahlung des Pandemie-Impfstoffs bei den L?ndern. Nicht zuletzt durch den ?nationalen? Kauf von Pockenimpfstoff im Jahr 2001 sowie einer Nachbestellung des Neuraminidasehemmers Tamiflu 2009 hatten die L?nder auf eine entsprechende finanzielle ?bernahme durch den Bund gehofft. Eine solche Zusage war aber nie in Aussicht gestellt worden.

    Obwohl die St?ndige Impfkommission (STIKO) bereits vor der Verf?gbarkeit des Impfstoffs ausf?hrlich begr?ndete Empfehlungen ver?ffentlicht hat, wurde deutlich, dass ihre jetzige Gesch?ftsordnung f?r unter Zeitdruck erstellte Impfempfehlungen (emergency modus) nicht geschaffen ist.

    Teile der deutschen Bev?lkerung, der ?rzteschaft und der Medien haben grunds?tzlich eine kritischere Haltung gegen?ber Impfungen als andere Nationen, wie die intensiven Diskussionen um die Vakzine gegen das humane Papillomavirus (HPV) gezeigt haben. Durch das Kommunikationschaos im Rahmen der Pandemie ist der Impfgedanke weiter erodiert worden. Auch m?gliche Interessenkonflikte einzelner STIKO-Mitglieder haben daran Anteil.

    Die Beh?rden haben die ?rztlichen Fachverb?nde ?ber ihre Funktion als Berater in der Pandemiekommission hinaus nicht ausreichend als Multiplikatoren in die ?berzeugungsarbeit eingebunden.

    Die meisten Fachgesellschaften wiederum haben es lange Zeit vers?umt, sich zu engagieren beziehungsweise fachlich nichthaltbare ?u?erungen einzelner Mitglieder offensiv als solche zu klassifizieren.

    Kommunikationsdesaster

    Der deutsche Pandemieplan enth?lt zwar ausf?hrliche Ma?gaben f?r die Kommunikation, ?diese haben aber nicht funktioniert?, sagte Prof. Dr. med. Reinhard Kurth.

    Es wurde vermittelt, dass der deutsche Pandemieplan automatisch in Kraft tritt, wenn die WHO die Pandemiewarnstufe 6 ausruft. Das ist falsch. Der deutsche Pandemieplan besteht aus mehreren Phasen, f?r die dann entsprechende Pr?ventionsma?nahmen aktiviert werden k?nnen ? er sieht bewusst eine flexible Handhabung vor. So wurden einige Ma?nahmen, die laut Pandemieplan f?r Phase 5 vorgesehen sind, bereits in Phase 4 aktiviert. Andere Ma?nahmen, die f?r Phase 5 vorgesehen sind, wurden sogar in Phase 6 und bis heute nicht aktiviert.

    Problematisch war nicht ein Mangel an Informationen, sondern die teilweise unterschiedlichen und/oder zeitweise wechselnden Botschaften.

    Innerhalb der ?rztlichen Fach- und Berufsverb?nde wurden ? entweder aus Unkenntnis, verbandspolitischen oder pers?nlichen Interessen ? widerspr?chliche Informationen und Forderungen kommuniziert. Das f?hrte in der ?rzteschaft, aber auch in der ?ffentlichkeit zu Verunsicherung.

    Die Tatsache, dass die Vertr?ge mit den Impfstoffherstellern und die Preisgestaltung f?r den Impfstoff geheim gehalten werden mussten (war Teil der Vertr?ge), letztlich aber nicht geheim gehalten werden konnten, hat der Bildung von Verschw?rungstheorien Vorschub geleistet.

    Die (plausiblen) Gr?nde, weshalb f?r die allgemeine Bev?lkerung ein adjuvantierter Spaltimpfstoff, f?r Bundesbedienstete abweichend davon ein nichtadjuvantierter Ganzvirusimpfstoff bestellt wurde, h?tten auf jeden Fall aktiv kommuniziert werden m?ssen.

    Millionen Menschen sind monatelang verunsichert worden, weil die Kommunikation des ?Unwissens? nicht stattgefunden hat. In einer Situation, in der zu vielen wichtigen Fragen keine Erkenntnisse vorlagen, fehlten der Mut und die Autorit?t, fachkompetent Ordnung hineinzubringen. So war bei den B?rgern zeitweise die Angst vor dem Impfstoff gr??er als die Sorge vor einer Infektion.

    Angesichts der damaligen Datenlage h?tte man den Impfstoff nicht als ?sicher?, sondern als ?unbedenklich? einstufen m?ssen. Der Grund: In der K?rze der Zeit konnten keine durch klinische Evidenz gesicherten Daten vorgelegt werden. Dazu Prof. Dr. Johannes L?wer: ?Es ist uns nicht gelungen zu kommunizieren, dass vorab schon viele Erfahrungen f?r einen Pandemie-Impfstoff existierten ? auch zum Adjuvans. Es ist richtig, dass der A/H1N1-Pandemie-Impfstoff zum Zeitpunkt der Zulassung im Oktober 2009 zun?chst nur an 170 Personen getestet wurde ? so wie die j?hrlichen Versionen der saisonalen Grippeimpfstoffe auch.?

    Sowohl bei Fachleuten als auch in der ?ffentlichkeit war der Begriff der Pandemie grunds?tzlich mit der Vorstellung einer ?Gro?schadenslage? verkn?pft.

    Der Bev?lkerung von Industrienationen sind Mangelsituationen im Gesundheitswesen fremd. Es ist nicht gelungen zu vermitteln, dass ein Pandemie-Impfstoff nicht direkt in ausreichender Menge vorhanden sein wird und deshalb zeitlich gestaffelt geimpft werden muss.

    Kritik an den Medien wurde laut, und es wurde gefragt, warum viele Zeitungen und der Rundfunk Informationen von selbst ernannten Experten ungepr?ft verbreiten. Zu erheblicher Verunsicherung trug die nachweislich falsche Behauptung bei, das im Pandemie-Impfstoff enthaltene Squalen sei f?r das ?Golfkriegssyndrom? verantwortlich.

    Was man damals noch nicht wissen konnte

    ?ber das Verhalten und die Pathogenit?t eines neuen Influenzavirus in der menschlichen Bev?lkerung k?nnen die Forscher noch keine sicheren Voraussagen treffen: Anhand des Erbguts einzusch?tzen, ob und zu wie vielen schweren Erkrankungen es kommt, ist derzeit nicht m?glich. Hier steht die Forschung ganz am Anfang.

    Jedes Bundesland musste sich zu einem Zeitpunkt f?r oder gegen die Bestellung entscheiden, als die Pathogenit?t des neuen Virustyps unbekannt war. Ebenso musste die Entscheidung zum Umfang der Impfstoffbestellung getroffen werden, als weder die Impfempfehlungen beschlossen noch die Anzahl der pro Person erforderlichen Impfdosen endg?ltig festgelegt noch die Impfbereitschaft der Bev?lkerung verl?sslich vorhergesehen werden konnten.

    Wor?ber kein Konsens erzielt werden konnte

    Ein Teil der Diskutanten vertrat die Ansicht, dass das f?r ?normale? Impfungen gut funktionierende System im Umgang mit einer Pandemie ?berfordert ist. Die Zust?ndigkeiten zwischen Bund (Bundesgesundheitsministerium) und den angeschlossenen Instituten einerseits und den f?r das Impfen verantwortlichen Landesstrukturen andererseits eigneten sich nicht, um mit einer dynamischen Situation wie im vergangenen Jahr umzugehen. Das beginne beim Einkauf des Impfstoffs und ende beim Informationsmanagement. ?Es kann nicht sein, dass die Pandemiepl?ne scheitern, wenn sie auf das f?derale System sto?en?, so Dr. med. Paul Rheinberger.

    Als logische Konsequenz wurde vorgeschlagen, die f?derale Struktur im Fall einer nationalen Gesundheitsgef?hrdung f?r einen bestimmten Zeitraum au?er Kraft zu setzen, so dass alle diesbez?glich notwendigen Entscheidungen zentral getroffen, verantwortet und kommuniziert w?rden. Letzteres zum Beispiel durch einen ?Chief Medical Officer?, der medial als gemeinsamer Sprecher aller Institutionen und Beh?rden auftritt und die Entscheidungen erl?utert.

    Nach Ansicht von Ministerialdirigent Enno Gosling hat die zeitlich unterschiedlich verlaufende Krankheitswelle gezeigt, dass gerade im F?deralismus auf lokale Belange flexibler reagiert werden kann: ?Die N?he zur Basis kommt dem F?deralismus gelegen. Leicht unterschiedliche Strategien sind nun mal der Charme des F?deralismus.?

    Der ehemalige Staatssekret?r Dr. Klaus Theo Schr?der erg?nzte: ?Die f?deralistische Ordnung ist in Krisen nicht einfach zu handhaben, hat aber auch Vorteile und bietet viel Potenzial. Klar muss immer nur die Verantwortung sein.?

    Was konkret verbessert werden sollte

    Es sollten zeitnah Pandemiepl?ne entwickelt werden, welche auch die M?glichkeit regional unterschiedlicher Schweregrade einer Pandemie ber?cksichtigen (also eher lage- als phasenabh?ngig sind).

    Die Rolle der Pandemiekommission muss faktisch und in der Au?endarstellung gest?rkt werden, um Vertrauen f?r den Ernstfall herzustellen.

    F?r die Zukunft m?ssen mit den Impfstoffherstellern flexiblere Vertr?ge verhandelt und diese transparent gemacht werden.

    Die epidemiologische Entwicklung einer Influenza sollte mit geeigneten Methoden begleitend untersucht und dokumentiert werden, empfahl der Leiter des Deutschen Cochrane-Zentrums und STIKO-Mitglied, Dr. rer. nat. Gerd Antes.

    Strategieanpassungen im Rahmen einer Pandemie m?ssen sowohl den Fachkreisen als auch der ?ffentlichkeit verst?ndlicher und vorausschauender angek?ndigt werden.

    Entscheidungen von Beh?rden m?ssen von den wissenschaftlichen und ?rztlichen Fachgesellschaften kritischer hinterfragt werden; ihre fachlichen Beurteilungen sollten der Bev?lkerung st?rker vermittelt werden.

    F?r den Pandemiefall muss eine Kooperationsstruktur zwischen dem ?ffentlichen Gesundheitsdienst und der niedergelassenen ?rzteschaft vor Ort vorbereitet und ?einge?bt? werden.

    ?Schlecht geimpfte ?rzte haben auch schlecht geimpfte Patienten. Hier ist mehr Vorbildfunktion gefordert?, betonte P?diater Dr. med. Martin Terhardt. Die Aufkl?rung ?ber den Nutzen von Impfungen (und Infektionsschutzma?nahmen) nicht nur zur Minimierung des individuellen Risikos, sondern auch zum Schutz der Allgemeinheit muss forciert werden.

    Originalaufzeichnungen und Mitschriften von Pressebriefings sollten zeitnah im Internet bereitgestellt werden, um eine effizientere und transparentere Medienarbeit zu f?rdern.

    Einig war sich die Diskussionsrunde, dass auch in einem k?nftigen Pandemiefall sich einige Entscheidungen im Nachhinein als falsch erweisen werden. Allerdings k?nne man nur aus Fehlern lernen ? dies gelte auch f?r Pandemien und deren Bek?mpfung.

    Dr. med. Vera Zylka-Menhorn


    Teilnehmer des ?Impfgipfels?
    ? Prof. Dr. med. Heinz-Harald Abholz, Fachredakteur des Deutschen ?rzteblattes, Allgemeinmedizin, D?sseldorf
    ? Dr. rer. nat. Gerd Antes, Direktor des Deutschen Cochrane-Zentrums, Universit?tsklinik Freiburg
    ? Petra Dickmann, Beraterin in Fragen der Risikokommunikation, Frankfurt/Main
    ? Dr. med. Cornelia Goesmann, Vizepr?sidentin der Bundes?rztekammer, Hannover
    ? Enno Gosling, Ministerialdirigent, Hannover, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbeh?rden
    ? Prof. Dr. med. Ursula Gundert-Remy, stellvertretende Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen ?rzteschaft, Berlin
    ? Prof. Dr. med. Friedrich Hofmann, Vorsitzender der St?ndigen Impfkommission, Berlin
    ? Dr. med. J?rn Kn?pnadel, Kassen?rztliche Bundesvereinigung, Leitung: Referat Pr?vention
    ? Prof. Dr. med. Michael Kramer MPH, MBA, Bundesministerium f?r Gesundheit, Leiter des Referats ??bertragbare Krankheiten, Aids, Seuchenhygiene?
    ? Priv.-Doz. Dr. med. G?rard Krause, Robert-Koch-Institut, Abteilungsleiter Infektionsepidemiologie
    ? Prof. Dr. med. Reinhard Kurth, ehemaliger Pr?sident des Robert-Koch-Instituts
    ? Prof. Dr. med. Johannes L?wer, Pr?sident des Bundesinstituts f?r Arzneimittel und Medizinprodukte, ehemaliger Pr?sident des Paul-Ehrlich-Instituts
    ? Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Vizepr?sident der Bundes?rztekammer, Hamburg
    ? Dr. med. Paul Rheinberger, Kassen?rztliche Bundesvereinigung, Leiter des Dezernats -?Innovation und Nutzenbewertung?
    ? Dr. Klaus Theo Schr?der, ehemaliger Staatssekret?r im Bundesgesundheitsministerium, Essen
    ? Volker Stollorz, Wissenschaftsjournalist, K?ln
    ? Dr. med. Martin Terhardt, Berufsverband der Kinder- und Jugend?rzte e.V., Landesverband Nordrhein, K?ln
    ? Prof. Dipl.-Chem. Holger Wormer, Leiter des Lehrstuhls f?r Wissenschaftsjournalismus an der Technischen Universit?t Dortmund


    Zahlen und Fakten
    ? Dem Robert-Koch-Institut wurden bis 20. April insgesamt 226 137 F?lle von pandemischer Influenza (A/H1N1) ?bermittelt. Die wahre Zahl der Infizierten d?rfte jedoch um ein Vielfaches h?her liegen.
    ? Im Gegensatz zur saisonalen Influenza erkrankten mehr Kinder und j?ngere Menschen.
    ? 253 Personen sind in Deutschland an den Folgen der A/H1N1-Infektion gestorben (laut WHO 17 853 Todesf?lle global, Stand 23. April).
    ? Die Mortalit?t bei S?uglingen und Erwachsenen zwischen 35 und 59 Jahren ist mit circa vier Todesf?llen je eine Million Einwohner nahezu doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen.
    ? Es gab viele ungew?hnlich schwere Erkrankungsf?lle, die Patienten beatmungspflichtig werden lie?en.
    In einigen Kliniken waren die Intensivstationen ?ber Wochen belegt, so dass elektive Eingriffe ausfallen mussten. Auch die Kapazit?ten f?r die extrakorporale Membranoxygenierung waren zeitweise ausgesch?pft.
    ? Das A/H1N1-Virus verursachte 1,8 bis 3,5 Millionen zus?tzliche Arztbesuche, was im mittleren Bereich saisonaler Influenzawellen der vergangenen drei Jahre liegt (0,3 bis 5,0 Millionen).
    ? Das Paul-Ehrlich-Institut geht davon aus, dass circa sieben Prozent der deutschen Bev?lkerung gegen A/H1N1 geimpft worden sind.
    ? Von 34 Millionen gelieferten Impfstoffdosen (Kosten etwa 284 Millionen Euro) wurden mehr als 27 Millionen nicht verwendet.


    In der EU 27 ?Alleing?nge?
    Der Umgang mit der Neuen Influenza wurde auch auf dem Europ?ischen Kongress f?r klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID) in Wien thematisiert. Da Grippepandemien in ihrem Verlauf v?llig unberechenbar seien, gebe es keinerlei Spielraum f?r Gleichg?ltigkeit, sagte der Virologe und Mitentdecker der Vogelgrippe bei Menschen, Prof. Dr. med. Albert Osterhaus von der Erasmus-Universit?t in Rotterdam, Niederlande: ??ffentliche Gesundheitseinrichtungen m?ssen sich auf das Schlimmste vorbereiten und auf das Beste hoffen.?

    Als wesentlicher Kritikpunkt wurde die weltweit ungleiche Verteilung der Pandemie-Impfstoffe genannt. ?Manche L?nder h?tten jeden ihrer Einwohner doppelt impfen k?nnen, w?hrend andere gar nichts zur Verf?gung hatten?, sprach Osterhaus das in Deutschland kaum diskutierte Thema der globalen Gerechtigkeit an.

    Allein in der Europ?ischen Union habe es 27 verschiedene nationale Wege gegeben, mit der Pandemie-Bedrohung umzugehen ? dies m?sse k?nftig dringend vereinheitlicht werden.

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