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Stellungnahme der Fachgesellschaften: Grunds?tze zur Indikation von PCR-Tests auf pandemische H1N1-Influenza und Einleitung einer antiviralen Therapie vom 7.1.2010

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  • Stellungnahme der Fachgesellschaften: Grunds?tze zur Indikation von PCR-Tests auf pandemische H1N1-Influenza und Einleitung einer antiviralen Therapie vom 7.1.2010

    Das Robert Koch-Institut hat eine neue gemeinsame Stellungnahme verschiedener medizinischer Fachgesellschaften zur Indikation von PCR-Tests auf pandemische H1N1-Influenza ver?ffentlicht, wobei auch zur Art und Dringlichkeit einer ggf. empirisch eingeleiteten antiviralen Therapie Bezug genommen wird.

    http://www.rki.de/cln_160/nn_200120/...iagnostik.html

    Grunds?tze zur Indikation von diagnostischen Testverfahren bei Neuer Influenza A/H1N1

    Gesellschaft f?r Virologie (GfV), Deutsche Gesellschaft f?r Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), Deutsche Vereinigung zur Bek?mpfung der Viruskrankheiten (DVV)

    Grunds?tze: STAND 07.01.2010

    1. Probenmaterial, Nachweisverfahren

    F?r die meisten Routinesituationen ist es ausreichend, dass nur ein Abstrich entnommen wird.

    Wenn mehr als ein Abstrich eines Patienten zur Verf?gung steht, ist es nicht notwendig, f?r jeden Abstrich separat eine PCR durchzuf?hren. Die Abstriche sollten gepoolt werden.

    Bei entsprechender Indikation sollte der Nachweis von Neuer Influenza A/H1N1 ?ber PCR-Teste erfolgen, die spezifisch Neue Influenza detektieren. Aktuell sind ?ber 99% aller subtypisierten Viren Neue Influenza A/H1N1. Kommt es aber im Verlauf der weiteren Influenzasaison zur einer epidemiologisch relevanten Zirkulation saisonaler Influenzaviren, wird empfohlen, die Testung auf Neue Influenza A/H1N1 um einen generischen Influenza A-Nachweis und den Nachweis von Influenza B-Viren zu erg?nzen.

    Grunds?tzlich sollten keine Antigentests (sog. Schnelltests) mehr verwendet werden. Die Nachweisgrenze dieser Teste ist in Vergleich zur PCR wesentlich h?her, so dass viele PCR-positive Proben im Schnelltest negativ blieben. In der Literatur werden Sensitivit?ten zwischen ca. 18% und 51% angegeben (Ginocchio CC et al.; Faix DJ et al.). Eigene Erfahrungen konnten deutschlandweit keine besseren Ergebnisse zeigen. Diese Werte erscheinen bei weitem zu niedrig um - basierend auf diesen Antigentesten - weitere diagnostische, therapeutische oder prophylaktische Ma?nahmen einzuleiten. Daher raten wir aktuell von der Benutzung von Schnelltesten ab.

    Es sollte stattdessen in allen F?llen, in denen eine Indikation f?r eine Diagnostik besteht, eine PCR durchgef?hrt werden.

    Da m?glicherweise mit r?ckl?ufiger Zirkulation von Neuer Influenza A/H1N1 auch saisonale Grippeviren erneut zunehmen k?nnen hat eine Differenzierung zwischen beiden Formen einen gewissen Stellenwert:

    1.) Die Infektionen durch Neue Influenza A/H1N1 und saisonale Influenza f?hren in unterschiedlichen Risikogruppen zu verschieden schweren Krankheitsbildern (z.B. Kindern).

    2.) Die Resistenzsituation ist unterschiedlich: W?hrend bei Neuer Influenza A/H1N1 sowohl Oseltamivir wie Zanamivir verabreicht werden kann aber niemals Amantadin, ist dies bei saisonaler Grippe anders. Zanamivir kann auch bei saisonaler Grippe immer verabreicht werden. Oseltamivir nur bei Influenza A H3N2 (nicht aber bei saisonaler H1N1) und Influenza B.

    2. Indikation f?r eine Labordiagnostik

    VORBEMERKUNG: Aktuell sinkt der Anteil der Influenza-Infizierten unter den Patienten mit grippalem Infekt ab. Dadurch wird der pr?diktive Wert der alleinigen klinischen Diagnose geringer. Dies rechtfertigt in besondern F?llen eine Labordiagnostik.

    2.1 Pat. ist schwerkrank mit Fieber und deutlichen Zeichen f?r einen respiratorischen Infekt, so dass eine Therapieindikation f?r verschiedene Erreger u.a. auch Neue Influenza A/H1N1 m?glich sein k?nnte. Patienten mit schweren Verl?ufen verschlechtern sich h?ufig am 3.-5. Krankheitstag. Ziel der Diagnostik: Identifizierung des urs?chlichen Erregers.
    Vorgehen: wenn Influenza hinreichend wahrscheinlich umgehende Einleitung einer spezifischen Therapie, auch wenn schon 48 Stunden nach Krankheitsbeginn abgelaufen sind.Diagnostik: Gleichzeitig Testung auf Neue Influenza A/H1N1 inklusive aller relevanten Erreger (z.B. Adenoviren, RSV. humane Metapneumoviren, Mykoplasmen, Pneumokokken, Chlamydien, Enteroviren, Parainfluenza-Viren u.s.w. Bei Verdacht kann es sinnvoll sein, auch zus?tzlich Influenza A-(generisch) sowie Influenza B zu untersuchen.

    2.2 Pat. ist leicht krank und hat Risikofaktoren (Risikofaktoren sind: chronische Grunderkrankung, Immunsuppression, Schwangerschaft, BMI > 30, Kleinkinder unter 5 Jahren). Eine Therapieindikation f?r Neue Influenza A/H1N1 besteht mit dem Ziel, eine schwere/letale Erkrankung zu verhindern.
    Ziel der Diagnostik: Identifizierung / Ausschluss der Neuen Influenza.
    Vorgehen: Einleitung einer spezifischen Therapie in Erw?gung ziehen, insofern Influenza differentialdiagnostisch m?glich ist. Je mehr Risikofaktoren, um so wichtiger wird eine fr?hzeitige antivirale Therapie.
    Diagnostik: Testung auf Neue Influenza A/H1N1; Je nach Risikofaktoren und Altergruppe kann es sinnvoll sein, zus?tzlich noch Influenza A-(generisch) sowie Influenza B zu untersuchen. Ansonsten ist keine weitere differentialdiagnostische Abkl?rung vordringlich.

    2.3 Pat. ist leicht krank und hat keine Risikofaktoren (Risikofaktoren w?ren: chronische Grunderkrankung, Immunsuppression, Schwangerschaft, BMI > 30, Kleinkinder unter 5 Jahren). so dass keine generelle Therapieindikation besteht. Eine Diagnostik ist nicht erforderlich.

    2.4. Personen mit epidemiologischem Risiko ohne Symptome (z.B. Kontaktpersonen; auf Veranlassung von Arbeitgebern als ?Unbedenklichkeitbescheinigung?)
    Diagnostik: Es sollte keine Diagnostik erfolgen. Die einzelne PCR ist zum Ausschluss einer Infektion ungeeignet, weil sich der Patient noch in der Inkubationsphase befinden kann.
    Stand: 07.01.2010
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