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Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

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  • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/674/498960/text/

    Süddeutsche Zeitung: sueddeutsche.de

    Impfung gegen Schweinegrippe: Hinterher sind alle klüger

    31.12.2009

    Ein Kommentar von Patrick Illinger

    Die Bundesländer haben aus heutiger Sicht viel zu viel Impfstoff gegen die Schweinegrippe bestellt - mit enormen finanziellen Verlusten. Doch Kritik daran ist heuchlerisch.

    Die zweite Welle der Schweinegrippe, alias A-H1N1, ist durch das Land gezogen. Das Virus hat nicht so übel gewütet, wie es hätte passieren können - was die gute Nachricht ist.

    Die schlechte lautet: Die Bundesländer haben aus heutiger Sicht viel zu viel Impfstoff bestellt und große Bestände eingelagert. Der finanzielle Verlust aufgrund der überzähligen Vakzin-Dosen wird auf 250 Millionen Euro geschätzt.
    Nun beginnt ein bizarres Gezanke um die Schuld an dieser Überbestellung, und konkret um die Frage: Wer muss für den Schaden aufkommen? Mit jeweils guten Argumenten könnte man allen Beteiligten Verantwortung zuschieben: den Wissenschaftlern, weil sie zu forsch gewarnt haben; der Bundesregierung, weil sie die Zahl von 50 Millionen Impfdosen empfohlen hat; den Bundesländern, weil sie die empfohlenen Dosen tatsächlich gekauft haben.

    Und natürlich den Impfstoff-Herstellern, denen nun manche Politiker wie der sächsische CDU-Fraktionschef Steffen Flath ein "Geschäft mit der Angst" vorwerfen.

    Tatsächlich ist kein einziger dieser Vorwürfe berechtigt. Um das einzusehen, muss man sich nur kurz vorstellen, was passiert wäre, hätte die Schweinegrippe eine beträchtliche Zahl an Todesopfern gefordert, die Wissenschaftler hätten nicht gewarnt, die Politik hätte zu wenig Impfstoff bestellt, oder die Industrie hätte die erforderlichen Dosen nicht rechtzeitig geliefert.

    Aus heutiger Sicht zu erklären, wie alles in der ersten Jahreshälfte 2009 hätte laufen müssen, ist heuchlerisch. Das Aufkommen der Schweinegrippe stellte Experten, Politiker und Unternehmen vor die Notwendigkeit, zu handeln, obgleich die Informationslage noch unvollständig war.

    Sicher müssen im Nachhinein manche Details überdacht werden, schon im Hinblick auf künftige Seuchen. Die Weltgesundheitsorganisation zum Beispiel sollte ihre Pandemie-Skala (auf der die Schweinegrippe schon früh die oberste Stufe erreichte) weniger an der Zahl der betroffenen Länder und stärker an der Gefährlichkeit eines Erregers ausrichten.

    Auch haben die deutschen Behörden den Herstellern allzu komfortable Vertragsbedingungen zugestanden; Pharmafirmen sollten nicht pauschal von der Haftung befreit werden. Die Dosierung des Impfstoffs in Zehnerpackungen war auch falsch. Und dann war da natürlich das überflüssige PR-Desaster um die speziellen Impfstoffe für Soldaten und Minister.

    Doch grundsätzlich war die schnelle Bestellung einer hohen Zahl von Impfdosen richtig. Dass für den Impfschutz eine Spritze reicht und es nicht zwei braucht, war zum Zeitpunkt der Bestellung nicht absehbar.
    Verständlich ist nun, dass die Länder den Schaden begrenzen wollen und mit der Industrie über eine Abbestellung der noch ausstehenden Impfstoff-Lieferungen verhandeln. Rein rechtlich ist ihr Spielraum in dieser Frage nicht groß, doch könnte die Pharma-Industrie mit Kulanz Sympathie gewinnen.

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    • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

      http://www.tagesspiegel.de/berlin/Sc...art270,2992676

      Tagesspiegel (Berlin): GESUNDHEIT 5.1.2010

      Kaum Interesse an Impfung gegen Schweinegrippe

      Vor gut einem Monat hatten die Mitarbeiter der Gesundheitsämter, aber auch viele Ärzte noch Probleme, den Andrang der Menschen, die sich gegen Schweinegrippe impfen lassen wollten, zu bewältigen. Jetzt werden überall die Impfsprechstunden reduziert, weil keiner mehr kommt.

      Von Sandra Dassler

      Berlin/Potsdam - „Impfmüdigkeit ist das richtige Wort“, sagt der Leiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes in Berlin-Mitte, Matthias Brockstedt: „Ende November wollten sich Hunderte am Tag impfen lassen, in den letzten drei Wochen kamen täglich nur noch ein bis zwei Menschen.“

      Natürlich hatte das auch mit den Weihnachtsferien zu tun, weiß Brockstedt, dessen Amt inzwischen nur noch einen Impftag pro Woche anbietet. „Für diesen Donnerstag haben sich aber bisher so wenige angemeldet, dass überlegen, ob sich selbst dieser eine Tag noch lohnt“, sagt er.

      In Brandenburg ist die Impfbereitschaft noch etwas größer als in Berlin, doch auch hier sind die Behörden darüber eher beunruhigt. Denn sie befürchten eine zweite und möglicherweise schlimmere Welle der Schweinegrippe. „Auch die saisonale Grippe verläuft im zweiten Anlauf meist schwerer als im ersten“, sagt Matthias Brockstedt: „Allerdings ist noch nicht klar, ob die für Ende Januar oder Anfang Februar erwartete Welle dann auch durch H1N1 – also die Schweinegrippe – ausgelöst wird.“ Für die Grippewelle im November und Dezember 2009 stehe dies außer Frage.

      Dass diese meist so relativ harmlos verlief, dürfte wohl der Hauptgrund für die seit zwei, drei Wochen anhaltende Impfmüdigkeit sein: In Berlin wurden in der letzten Woche des alten Jahres nur noch 96 neue Schweinegrippe-Fälle registriert, heißt es aus der Senatsgesundheitsverwaltung. Es gab Wochen, da waren es mehr als tausend.

      In Brandenburg wurden seit dem 30. Dezember noch zehn Neuinfektionen mit H1N1 nachgewiesen, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Potsdam. Insgesamt wurden hier seit April letzten Jahres 5098 Schweinegrippe-Fälle gezählt. Ein Mensch im Elbe-Elster-Kreis starb, allerdings war er durch eine Herztransplantation sehr geschwächt. In Berlin begann man erst am 13. Juli 2009 mit der Registrierung der Fälle: 8281 waren es bislang. In beiden Ländern gehen die Behörden davon aus, dass weitaus mehr Menschen an Schweinegrippe erkrankt waren und sind. Da aber nicht mehr jeder Fall gemeldet und die meisten Erkrankten nicht mehr auf H1N1 getestet werden, wird man die wahre Zahl nie erfahren.

      Auch über die bislang erfolgten Impfungen gegen Schweinegrippe gibt es in beiden Ländern noch keine Zahlen, weil die Rückmeldungen der Ärzte erst in den kommenden Wochen erwartet werden. In Berlin wurden von zwei Millionen bestellten Impfdosen 270 000 an Arztpraxen und Gesundheitsämter ausgeliefert. Brandenburg hat 1,5 Millionen Dosen geordert.




      http://www.verbaende.com/News.php4?m=66344

      Deutsches Verbände Forum:

      Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)

      Aufruf des BDI an Ärzte und Patienten
      Mit gutem Impf-Vorsatz ins Neue Jahr!


      Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)

      04.01.2010

      (Berlin) - Erneut droht durch die verwirrende Impfinformation der Politik eine allzu nachlässige Haltung in der Bevölkerung angesichts der Gefahren durch die Grippe, sei es A/H1N1 (so genannte Schweinegrippe oder Neue Grippe) oder die saisonale Influenza. Trotz beschwichtigenden Äußerungen werden von Experten die zweite bzw. dritte Welle der Grippeinfektionen im Januar 2010 erwartet, warnt der Sprecher der Sektion Infektiologie im Berufsverband Deutscher Internisten, BDI e.V., PD Dr. Andrew Ullmann, Universitätsmedizin Mainz.

      Jetzt wäre die optimale Zeitpunkt für alle diejenigen, die sich bisher nicht geimpft haben, zu impfen. Ein Impfschutz wäre in 2 bis 4 Wochen erreicht. Die bisher bekannt gewordenen Nebenwirkungen sind erträglich gegenüber den Risiken der Grippe selbst.

      BDI-Präsident Dr. Wolfgang Wesiack erinnert die Kolleginnen und Kollegen an ihre Verantwortung gegenüber Risikopatienten. Wenn das medizinische Personal einschließlich der Ärzte immun sind, würden die Patienten zumindest nicht in der Praxis oder Klinik vom Personal angesteckt.

      Sein dringender Rat daher: Den guten Vorsatz fassen, jetzt zu Beginn des neuen Jahres sich gegen die saisonale und "Neue Grippe" zu impfen.

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      • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

        http://www.handelsblatt.com/politik/...dnisse;2507603

        Handelsblatt: GRIPPEIMPFSTOFF

        Ministerin pocht auf Zugeständnisse

        Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Mechthild Ross-Luttmann, pocht auf Zugeständnisse der Impfstoffhersteller im Streit um zu viel bestelltes Serum gegen Schweinegrippe.

        Zudem sieht sie die Bundesregierung in der Pflicht - schließlich sei man aus Berlin zum Kauf möglichst vieler Dosen gedrängt worden.

        HB HANNOVER. In der Debatte um eine geringere Abnahme des Schweinegrippe-Impfstoffes Pandemrix pochen die Bundesländer auf Zugeständnisse des Herstellers GlaxoSmithKline (GSK).

        Ziel der Länder sei es, nur die Kosten für Impfdosen für 30 Prozent der Bevölkerung übernehmen zu müssen, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Mechthild Ross-Luttmann (CDU), der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. "Wir haben jetzt Impfdosen für 60 Prozent der Bevölkerung - 60 Prozent werden sich niemals impfen lassen. Für mich ist ganz wichtig, dass wir zumindest schon mal zehn Prozent runter gehen können", sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin.

        Dies sei zwingend. Für die verbleibenden 20 Prozent forderte sie ein finanzielles Entgegenkommen des Pharmakonzerns. "Da erwarte ich ein Angebot von GSK", sagte Ross-Luttmann. Die Länder wollen an diesem Donnerstag in Berlin mit dem Pharmakonzern die Mengen neu aushandeln. Die Verhandlungen wurden angesetzt, weil die Länder bis in den März hinein Impfdosen für nun deutlich mehr als die ursprünglich geplanten 30 Prozent der Bevölkerung geliefert bekommen.

        Die Länder hatten 50 Millionen Dosen des Impfstoffes Pandemrix für 416,5 Millionen Euro geordert. Dies geschah jedoch noch in der Annahme, dass eine zweifache Impfung notwendig sei. Anfang Dezember hatte das Robert-Koch-Institut aber darauf hingewiesen, dass schon eine einmalige Impfung den nötigen Schutz sicherstelle. Nun könnten sogar 60 Prozent aller Menschen geimpft werden. Aufgrund der Impfmüdigkeit der Deutschen bleiben die Ländern aber auf einem Großteil ihrer Dosen sitzen. In Niedersachsen ließen sich bislang lediglich gut zehn Prozent impfen.

        Um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, forderte Ross-Luttmann auch Unterstützung von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). "Der Bund hat uns ja immer sehr gedrängt, mehr Impfstoff zu bestellen als wir tatsächlich bestellt haben. Von daher sehe ich auch den Bund mit in der Pflicht, uns auch bei den Verhandlungen zu unterstützen." Zudem sei es Aufgabe des Bundes, mit anderen Staaten über einen Verkauf von Impfdosen zu verhandeln.

        Eine Beteiligung des Bundes an den Kosten für überschüssige Dosen will die Ministerin noch nicht abschreiben. "Unter dem Aspekt gesamtgesellschaftlicher Verantwortung wäre es schon wichtig, dass der Bund sich zu seiner Verpflichtung bekennt." Dies sei zwar schwierig - Rösler habe dies zuletzt immer abgelehnt, dennoch gebe es weiter Gespräche, in denen der Bund an seine Verantwortung erinnert werde.

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        • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

          http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE27...ml?rss_aktuell

          Frankfurter Allgemeine faz.net: Geringe Impfnachfrage

          Schweinegrippe kostet Länder 400 Millionen Euro

          Von Andreas Mihm, Christian Schubert und Roland Lindner

          05. Januar 2010:

          Die Schweinegrippe wird für die Länder zunehmend zu einer finanziellen Belastung. Mittlerweile steht der Impfstoff bereit, aber zu wenige wollen ihn haben.

          Dabei ist es noch keine acht Wochen her, dass Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die Bundesbürger mahnte, nicht so zu drängeln: Kranke, Gefährdete und Hilfspersonal zuerst, dann sollten sich bitte die Übrigen anstellen, für eine Impfung gegen das A/H1N1-Virus. Mit der Autorität des Arztes hatte der Minister zuvor eindringlich für die Immunisierung gegen den Überträger der neuen Grippe geworben. Nun appellierte er, es solle bloß „nicht jeder sofort zur Impfstelle rennen“.

          Denn ihm und den Ländergesundheitsministern war darum bange, überhaupt genug Impfstoff zur Verfügung zu haben. Dazu passte, dass Bund und Länder die Geschäftsführung des Impfstoffherstellers Glaxo-Smith-Kline (GSK), der das Serum gegen die Schweinegrippe in Dresden herstellt, nach Berlin einbestellten. Der versprach die Zahl der ausgelieferten Impfdosen zu steigern. 20 Millionen sollten bis Ende Dezember ausgeliefert werden.

          Wer soll das bezahlen?
          Doch da wollten die zuvor von Todesfällen und fetten Schlagzeilen aufgeputschten Bürger schon nichts mehr von der Impfung wissen. Wie viele Dosen gegen A/H1N1 in Deutschland bisher geimpft wurden, können auch Fachleute nur schätzen. Vielleicht sind es sechs Millionen. Bestellt hatten die Länder 50 Millionen Dosen (damals wusste man noch nicht, dass auch eine einzige Impfung ausreicht). Geschätzte Kosten je Impf-Piekser: 15 Euro, davon 9 für das Serum. Jetzt kreist die Debatte um die Fragen: Wer soll das bezahlen? Was tun mit dem nicht benötigen Impfstoff? Deutschland steht da nicht alleine. In Frankreich und Amerika erregt man sich auch darüber.

          In den Vereinigten Staaten herrscht mittlerweile kein Mangel mehr an Impfstoff. Nach jüngsten Angaben der Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention hat die Regierung 111 Millionen Impfstoffdosen ausgeliefert bekommen, aber nur 60 Millionen Amerikaner haben sich impfen lassen. Insgesamt hat die Regierung sogar die Anschaffung von 250 Millionen Dosen vereinbart. Die Regierung will mehr Amerikaner zu Impfungen bewegen und hat entsprechende Kampagnen gestartet.

          Im Moment übersteige das Angebot an Impfstoff wahrscheinlich die Nachfrage, sagte Medizinvorstand Troyen Brennan von der amerikanischen Drogeriekette CVS Caremark dem „Wall Street Journal“. Im Herbst hatte die Regierung noch Schwierigkeiten, Impfungen in ausreichenden Mengen bereitzustellen, vor den eigens eingerichteten Impfzentren bildeten sich lange Schlangen. Die Impfstoffe wurden zunächst auf Risikogruppen beschränkt, Kinder, Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten. Die Knappheit des Impfstoffes hatte für einen öffentlichen Aufschrei gesorgt und zu Anhörungen im Kongress geführt. Mittlerweile hat sich der Versorgungsnotstand entschärft, die Restriktionen auf bestimmte Gruppen wurde aufgehoben. Heute ist der Impfstoff sogar in Supermarktketten wie Wal-Mart verfügbar, die Ambulanzkliniken in ihren Geschäften haben.

          Frankreich sucht Käufer im Ausland
          Frankreich hat besonders viel ungenutzten Impfstoff und versucht nun, diesen ins Ausland zu verkaufen. Für die 63 Millionen Einwohner hatte die Regierung 94 Millionen Dosen bestellt; davon sind bisher aber nur weniger als 5 Millionen Dosen gespritzt worden. Hinzu kommen 2 Milliarden Masken und große Mengen Tamiflu, die laut Experten einem Drittel des weltweiten Bestandes entsprechen. Das Präparat Tamiflu soll im Falle der Erkrankung heilen helfen. Die Regierung verteidigt sich mit dem Hinweis, dass die internationalen Behörden bis zum 20. November eine Doppelimpfung empfohlen hätten. Die Opposition fordert schon einen Untersuchungsausschuss. Unter Druck geraten, erklärte Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot am Montag im Fernsehen, die Regierung habe den Kauf von 50 Millionen Dosen Impfstoff storniert. Damit wolle sie 350 Millionen Euro sparen.

          Die Bestellung der Impfmittel hat Frankreich 869 Millionen Euro gekostet. Nach Angaben des Abgeordneten Bernard Debré, eines Medizin-Professors, der der Regierungspartei UMP angehört, übersteigen die Kosten das jährliche Defizit aller französischen Krankenhäuser. Die von Frankreich bestellten Impfstoffe entsprächen einem Zehntel des weltweiten Bestandes, sagte Debré. Nach Regierungsangaben wurden 300 000 Dosen bisher nach Katar weiterverkauft. Weitere 2 Millionen Dosen soll demnächst Ägypten kaufen.

          Bund und Länder bestellen GSK nach Berlin ein

          In Deutschland setzen sich Bund und Länder an diesem Donnerstag mit GSK an einen Tisch, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Beteiligte warnen aber davor, schon am Donnerstag mit handfesten Ergebnissen zu rechnen. Die Länder - in Deutschland sind sie für die Gefahrenabwehr zuständig - hatten die Dosen in der Erwartung bestellt, dass sie auch verimpft würden. Die Regierung hatte die Kosten auf bis zu 600 Millionen Euro veranschlagt, zu zahlen von den Krankenkassen. Für die bestellten 50 Millionen Dosen hätten auch die Krankenkassen die Kosten übernommen. Die Kassen zahlen aber nicht für Dosen, die zwar bestellt, aber nicht verimpft wurden. Deshalb haben die Länder Anfang 2010 ein finanzielles Problem an der Stelle, wo sie Ende 2009 noch ein Versorgungsproblem fürchten. In Ziffern ausgerückt, beläuft sich das Problem auf knapp 400 Millionen Euro.

          Schon im frühen Herbst, als das Problem in der Größe nicht absehbar war, hatten die Länder versucht, eine Auffanglinie zu ziehen. Der Bund solle die Dosen, die nicht gebraucht würden, aufkaufen und als Entwicklungshilfe an arme Länder weiterreichen, hatte der Sprecher des federführenden Ländergesundheitsministeriums Thüringen erklärt. Das hat sich bis zu „Brot für den Welt“ herumgesprochen, die nun behauptete, Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) kaufe ungebrauchte Impfdosen gegen die Schweinegrippe auf. Der dementiert wütend: „Die Bundesregierung hat keine Impfdosen angekauft.“ Es seien lediglich 14 Millionen Euro „noch im Jahr 2009 direkt der Weltgesundheitsorganisation zur Verfügung gestellt worden, zur logistischen Umsetzung von Impfkampagnen“.

          Fachleute rechnen mit weiterem Anstieg der Erkrankungen
          Wie auch immer sich Bund und Länder mit GSK in den nun angestrebten Nachverhandlungen einigen werden - schließlich will GSK auch künftig Geschäfte mit der staatlich beeinflussten deutschen Krankenversicherung machen -, noch ist die Grippewelle nicht vorüber. Inzwischen dürften sich mehr als 210 000 Deutsche an der Schweinegrippe infiziert haben, 209 855 waren es vor Weihnachten, 132 sind daran gestorben.

          Zwar registriert das Robert-Koch-Institut schon seit Wochen immer weniger Neuerkrankungen. Doch wollten die Fachleute keine Entwarnung geben: „Die Impfung gegen die Neue Influenza ist nach wie vor wichtig, da die momentane Welle noch andauert und davon auszugehen ist, dass nach Erreichen des Scheitelpunkts einer Welle in der Regel mindestens noch einmal so viele Fälle auftreten wie vor Erreichen des Scheitelpunktes.“ Wie gut, dass der Impfstoff ein Jahr haltbar ist.

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          • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

            http://www.berlinonline.de/aktuelles...5e1f7a.2e1.php

            berlinonline.de

            Verhandlungen über weniger Schweinegrippe-Impfstoff

            07.01.2010, 07:07 Uhr

            Länder sprechen mit Hersteller Glaxo-Smith-Kline

            Die Bundesländer verhandeln heute in Berlin mit dem Pharmahersteller Glaxo-Smith-Kline über eine geringere Lieferung des Schweinegrippe-Impfstoffs. Die Gesundheitsminister der Länder wollen der Industrie nur noch die Hälfte der ursprünglich 50 Millionen bestellten Impfdosen abnehmen, weil anders als zunächst angenommen eine einmalige Impfung ausreicht. Außerdem ließen sich bislang weniger Menschen als erwartet impfen. Die Länder fürchten, nun auf den Impfdosen und damit auf den Kosten sitzen zu bleiben.

            An dem Treffen nehmen neben Vertretern des Pharmaherstellers die zuständigen Staatssekretäre und Abteilungsleiter der Länderministerien, jedoch keine Minister teil.


            http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=39553

            Deutsches Ärzteblatt:

            Mittwoch, 6. Januar 2010

            Länder verhandeln über Stornierung von H1N1-Impfstoff

            Berlin/Hannover – Vertreter von Bund und Ländern beraten am Donnerstag mit dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) über die Reduzierung der Lieferungen von Schweinegrippe-Impfstoff. Die Länder wollen nur noch die Hälfte der 50 Millionen bestellten Impfdosen abnehmen.

            Die neue Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchefin Mechthild Ross-Luttmann (CDU), sagte am Mittwoch in Hannover, sie sei zuversichtlich, „dass wir eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung finden werden.“

            Mit der Hälfte der bestellten Dosen gebe es nach den neuesten Empfehlungen genug Impfstoff, um 30 Prozent der Bevölkerung vor der Neuen Grippe zu schützen. „Wir setzen auch auf die Kulanz des Pharmakonzerns GSK, überschüssige Impfstofflieferungen zu stornieren“, sagte die Ministerin.

            Der Impfstoffhersteller hatte jüngst seine Gesprächsbereitschaft bekundet. Es bedeute aber nicht, dass man die Vorschläge der Länder auch annehme, hatte ein Unternehmenssprecher erklärt. Es gebe einen gültigen Kaufvertrag.

            Zu einem möglichen Impfstoffverkauf ins Ausland sagte Ross-Luttmann, es könne nicht sein, dass die Bundesländer einzeln Kontakt mit ausländischen Staaten aufnehmen. „Wir sind doch keine Pharmagroßhändler. Der Bund hat die Aufgabe, den möglichen Verkauf von Impfstoff ins Ausland zu koordinieren.“ Der Bund sei auch beim Kauf des Impfstoffs Vertragspartner gewesen. Die bisherigen Bemühungen zum Verkauf seien nicht ausreichend.

            Das Treffen mit dem Hersteller findet nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums auf Arbeitsebene statt. Daran nehmen demnach Vertreter aus Niedersachsen, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen sowie vom Bundesgesundheitsministerium teil.



            Kommentar: Keine Minister der Länder dabei ? Treffen nur auf Arbeitsebene ? ... Na dann ist die Stimmung ja gut, und es ist ja zu erwarten, dass GSK großzügig auf alle vertraglichen finanziellen Verpflichtungen verzichtet und dafür die Dividende der Aktionäre etwas kürzt... -
            Das sieht eher nach einem inszenierten Abgang auf Raten aus. Rösler wird es in einer zweiten Runde wohl auch nicht richten können (vor ein paar Wochen hat er GSK noch mächtig Druck gemacht), Frau Merkel wird sich das armselige Schauspiel schon mal aus der Ferne betrachten. Evtl. ergibt sich für eine Folgerunde eine gute Chance für FDP-Guido, einmal zu zeigen, was er als Fize-Kanzler alles drauf hat, um seinen FDP-Minister im Gesundheitsministerium zu stärken ("für den deutschen Steuerzahler" oder doch lieber "für den Mittelstand" (GSK Serumwerk Dresden) oder für wen auch immer...). ... Am Ende wird's wohl auf etwas weniger Impfstoff im Austausch gegen eine Art "Strafgebühr" der Länder hinauslaufen und das wird dann als "ganz großer Erfolg für den Steuerzahler" gefeiert werden. Schaun wir mal....

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            • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

              Fortsetzung zu post # 186

              http://www.hr-online.de/website/rubr...ument_38537953

              hr-online: 7.01.2010
              Offenbar Einigung
              Weniger Impfstoff gegen Schweinegrippe


              Die Pharmaindustrie zeigt sich kulant: Am Donnerstag deutete sich an, dass Hessen und die anderen Bundesländer zu viel bestellte Impfdosen gegen die Schweinegrippe stornieren können.


              Das erste Arbeitstreffen zwischen den Gesundheitsministern von Ländern und Bund und dem dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) verlief nach Angaben der Teilnehmer konstruktiv. "Wir haben vom Pharmakonzern Signale der Kulanz erhalten, einen größeren Teil der überschüssigen Impfstofflieferungen zu stornieren", sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchefin Mechthild Ross-Luttmann (CDU), nach dem Treffen in Berlin.

              Die Bundesländer hatten 50 Millionen Impfdosen bei dem Konzern bestellt - Kostenpunkt: mehr als 400 Millionen Euro. Ursprünglich hatten Experten zwei Impfungen empfohlen, um vor dem H1N1-Virus sicher zu sein. Dann stellte sich jedoch heraus, dass einmaliges Impfen in der Regel ausreichend sei. Den Ländern drohte, auf einem Großteil der Impfdosen sitzenzubleiben.

              Bisher 1,1 Millionen Impfdosen in Hessen

              Hessen hat bisher erst einen Teil der bestellten 3,7 Millionen Impfdosen bekommen. "Wir haben gegenwärtig 1,1 Millionen Dosen erhalten, 700.000 wurden an Ärzte und Gesundheitsämter ausgeliefert", sagte Gesundheitsminister Jürgen Banzer (CDU). "Wir haben eine Bestellung aufgegeben, um 30 Prozent der Bevölkerung zu impfen. Dabei haben wir uns nicht auf die Zahl der Impfdosen festgelegt", sagte er in hr-iNFO. Zwischen sechs und zwölf Prozent der Bevölkerung in Hessen seien bisher gegen die Schweinegrippe geimpft. Würde der Pharmakonzern GSK nicht einlenken, bliebe Hessen auf Impfstoff für mindestens 15 Millionen Euro sitzen



              http://www1.ndr.de/nachrichten/schweinegrippe378.html

              ndr.de: Schweinegrippe

              Länder müssen weniger Impfstoff abnehmen

              Die Bundesländer dürfen deutlich weniger Schweinegrippe-Impfstoff vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) abnehmen als bestellt. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Vertretern der Länder und des Bundes mit Vertretern des Pharmakonzerns am Donnerstag in Berlin. "Wir haben Signale der Kulanz erhalten, einen größeren Teil der überschüssigen Impfstofflieferungen zu stornieren", sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Niedersachsens Ressortchefin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) nach dem Treffen. "Wir sind auf einem guten Weg und haben alle Chancen auf eine annehmbare Lösung für alle Beteiligten", fügte die Ministerin hinzu.

              Nur wenig Interesse an Impfung

              Das Verhandlungsergebnis steht noch unter dem Vorbehalt einer Endabstimmung der Länder. Am Freitag wollen sich die Gesundheitsminister in einer Telefonkonferenz zu dem Resultat der Verhandlungen verständigen. Die Länder hatten ursprünglich 50 Millionen Impfstoff-Dosen für 416,5 Millionen Euro in der Annahme geordert, damit 30 Prozent der Bevölkerung impfen zu können. Da jedoch eine statt zwei Impfungen ausreichen, bleiben die Länder auf einem Großteil des Impfstoffes sitzen. Zudem ließen sich bislang deutlich weniger Menschen impfen als erwartet.

              Details noch nicht bekannt
              Auch der Pandemrix-Hersteller GSK sprach nach dem Arbeitstreffen von einer "Lösung". Wie hoch genau der Nachlass ist, den GSK den Ländern gewährt, ist noch unklar.
              Die Länder hatten gefordert, dass GSK auf die Lieferung der Hälfte der bestellten Menge verzichtet. Dies würde ihnen Einsparungen von mehr als 200 Millionen Euro bringen.
              Im Gespräch mit NDR Info hatte Ross-Luttmann vor dem Treffen gesagt, dass offensichtlich zu viel Panik um die Schweinegrippe gemacht wurde.
              Stand: 07.01.2010 18:29 h

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              • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                http://www.aerzteblatt.de/v4/news/ne...he&p=Europarat

                Deutsches Ärzteblatt: Donnerstag, 7. Januar 2010

                Debatte über Schweinegrippe-Impfung erreicht Europarat

                Straßburg – Die Kontroverse um die Impfungen gegen Schweinegrippe erreicht nun auch den Europarat. Wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte, wollen Mitglieder der Parlamentarierversammlung Ende Januar Vertreter der Weltgesundheitsbehörde (WHO) und der Pharma-Industrie anhören. Der Unterausschuss Gesundheit hat außerdem eine Dringlichkeitsdebatte zu dem Thema beantragt.

                Ziel sei es, eine Untersuchung zu den Hintergründen der von Deutschland und anderen Ländern beschlossenen Massenimpfungen zu erreichen, sagte der Vorsitzende des Unterausschusses, der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg, am Donnerstag.

                Wodarg bekräftigte seine Überzeugung, dass Pharmakonzerne gezielt Wissenschaftler und die WHO beeinflusst haben, damit diese vor einer Pandemie warnten. Dies habe dazu geführt, dass viele Staaten Unsummen für überflüssige und zudem potenziell gefährliche, weil ungenügend getestete Impfungen ausgaben. Den Pharmaunternehmen habe die angebliche Pandemie einen „Jackpot“ beschert.

                Wodarg wirft der WHO zudem vor, nach dem Ausbruch der Vogelgrippe ihre Kriterien für die Ausrufung einer Pandemie geändert zu haben.

                Ausschlaggebend sei nun nicht mehr die Gefährlichkeit einer Erkrankung, sondern nur die Geschwindigkeit, mit der sich ein Virus ausbreitet. Dadurch sei Panik vor der Schweinegrippe geschürt worden,
                obwohl diese „erheblich harmloser ist als alle Grippewellen der Vorjahre“. Sie habe bisher „nicht einmal ein Zehntel“ der bei saisonalen Grippen üblichen Todesfälle verursacht.

                Der SPD-Politiker möchte erreichen, dass die Parlamentarier-Versammlung einen Berichterstatter mit der Untersuchung beauftragt. Dieser könnte auch der Frage nachgehen, ob die Pharma-Industrie die WHO finanziell unterstützt.

                Ob eine Dringlichkeitsdebatte auf die Tagesordnung gesetzt wird, entscheidet das Plenum zum Auftakt der fünftägigen Winter-Sitzung am 25. Januar. Die Anhörung im Ausschuss ist dagegen bereits beschlossen. Sie soll am 28. Januar stattfinden – vermutlich aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Darauf bestehe die WHO, sagte Wodarg.

                Deutschland, Frankreich und andere Länder haben weit mehr Impfdosen bestellt, als sie tatsächlich benötigen. Sie versuchen nun, Bestellungen zu stornieren oder Impfstoffe an andere Länder zu verkaufen.

                Comment


                • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                  Fortsetzung zu posts # 186 und 187:




                  http://www.focus.de/gesundheit/gesun...id_470168.html

                  Focus.de: 12.01.2010: Schweinegrippe

                  Länder kaufen weniger Impfstoff und sparen 133 Millionen Euro

                  Statt 50 Millionen müssen die Bundesländer nun nur noch 34 Millionen Impfstoffdosen gegen die Schweinegrippe vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) abnehmen. Damit sparen die Länder rund 133 Millionen Euro, so die niedersächsische Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU).

                  Die Bundesländer müssen dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) nur noch 34 Millionen Impfstoffdosen anstatt der ursprünglich bestellten 50 Millionen Dosen abkaufen. Es würden aber nur insgesamt 25 Millionen Dosen ausgeliefert, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Dienstag in Hannover.

                  Serum für neun Millionen Impfungen werde zunächst vom Hersteller auf dessen Kosten eingelagert und solle ins Ausland weiterverkauft werden.

                  Nach Angaben der niedersächsischen Gesundheitsministerin sparen die Ländern durch die Reduzierung der vertraglich vereinbarten Impfstoffbestellung um fast ein Drittel rund 133 Millionen Euro. Bislang habe GlaxoSmithKline an die Länder insgesamt 18,6 Millionen Impfstoffdosen geliefert, sagte die CDU-Politikerin. Weitere rund sechs Millionen würden die Länder bis Mitte Februar erhalten.

                  Beim Verkauf der vorerst einzulagernden neun Millionen Dosen ins Ausland rechnen die Länder auf Mithilfe des Bundes: „Ich sehe den Bund in der Verpflichtung, uns bei Gesprächen mit anderen Ländern zu unterstützen“, betonte die CDU-Politikerin. Ein Weiterverkauf ins Ausland werde aber „sehr, sehr schwierig“. Ursprünglich wollten die Länder die Hälfte der 50 Millionen georderten Dosen beim Hersteller wieder abbestellen.

                  Weiter Impfung empfohlen

                  In harten, aber fairen Verhandlungen mit dem Hersteller habe man trotz bindender Verträge eine gute Regelung gefunden, betonte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz weiter. Man sei „mit dem Kompromiss sehr zufrieden“.

                  Auch die Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Annette Widmann-Mauz lobte die Übereinkunft zwischen Hersteller und Ländern. „Die Reduzierung der Impfstofflieferung um rund 30 Prozent entspricht den Bedürfnissen der Länder“, sagte sie. Es sei notwendig, weiter genügend Impfstoff für eine zweite Welle der Schweinegrippe bereit zu halten, auch wenn man die Impfmüdigkeit in Deutschland zur Kenntnis nehmen müsse.
                  Weiter Werbung für Impfung

                  Auch Ross-Luttmann bekräftigte erneut, „dass die Impfung der wirksamste Schutz gegen die neue Influenza ist“. Trotz des allgemein milden Verlaufs der Erkrankung seien bislang bundesweit 156 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. „Vor diesem Hintergrund empfehle ich weiter, sich impfen zu lassen“, sagte die CDU-Politikerin. Man habe noch ausreichend Impfstoff, um die Bevölkerung vor einer zweiten Grippewelle zu schützen.

                  Bislang hätten sich in Niedersachsen nur rund zehn Prozent der Bevölkerung gegen die Neue Influenza Impfen lassen. Die 25 Millionen Dosen Impfstoff, die die bis Februar an die Länder ausgeliefert würden, reichten aber für eine Impfung von 30 Prozent der deutschen Bevölkerung aus.

                  Der Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) sprach von einem Kompromiss, der bis an die Schmerzgrenze gehe. „Die Einigung, die Lieferung auf 70 Prozent zu reduzieren, ist eine akzeptable Lösung, die Zugeständnisse von beiden Seiten erfordert“, sagte Birgit-Yvonne Reimann, Mitglied der Geschäftsführung von GSK Deutschland. Das Unternehmen habe in die Vorbereitung Impfstoffproduktion Millionen investiert. Dennoch sei man den Ländern auf Kulanzbasis entgegengekommen.



                  http://www.focus.de/gesundheit/ratge...id_470160.html

                  Focus.de: 12.01.2010, 18:35 h: Schweinegrippe

                  Kulanter Pharmariese, selbstkritische WHO

                  Die Bundesländer müssen nur 34 statt 50 Millionen Impfeinheiten gegen die Schweinegrippe abnehmen. Und die WHO stimmt der Prüfung ihrer H1N1-Strategie zu.

                  Jetzt ist es beschlossene Sache: Die Bundesländer müssen der Pharmaindustrie weniger Impfstoff gegen die Schweinegrippe abnehmen als ursprünglich vertraglich vorgesehen war. Statt der bestellten 50 Millionen Impfdosen kaufen sie nur 34 Millionen ab. Das bestätigte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Niedersachsens Ressortchefin Mechthild Ross-Luttmann (CDU).

                  Bundesländer können 133,3 Millionen Euro sparen

                  Vertreter des Bundes, der Länder und des Impfstoff-Herstellers GlaxoSmithKline (GSK) hatten sich bereits bei ihrem Treffen in der vergangenen Woche auf diesen Kompromiss geeinigt. Die Bundesländer sparen den Angaben zufolge 133,3 Millionen Euro. Ursprünglich hatten die Landesgesundheitsminister Impfstoff für rund 416 Millionen Euro geordert.

                  Die Länder hatten argumentiert, dass – anders als ursprünglich gedacht – schon eine statt zwei Impfungen ausreichend Schutz gegen das Schweinegrippevirus aufbaut. Trotz des deutlichen Rabatts werden die Länder aber vermutlich auf hohen Kosten sitzen bleiben. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten von rund acht Euro pro Impfdosis nur im Fall des tatsächlichen Verbrauchs. Bisher ist nicht einmal ein Drittel der 34 Millionen Dosen in Anspruch genommen worden.


                  WHO lässt Schweinegrippe-Strategie prüfen

                  Zeitgleich mit dieser Entscheidung setzte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein neues Zeichen in Sachen Schweinegrippe: Angesichts wachsender Kritik kündigte die Organisation eine unabhängige Untersuchung ihres Umgangs mit der Schweinegrippe an. „Wir haben mit Kritik gerechnet und sie ist uns willkommen. Wir werden unsere Arbeit später von Experten von außerhalb überprüfen lassen“, erklärte WHO-Sprecherin Fadela Chaïb in Genf. Die Untersuchung sei aber erst nach dem Ende der Pandemie möglich, die noch mehrere Monate oder sogar Jahre andauern kann.

                  Anhörung vor dem Europarat

                  Kritiker werfen der WHO vor allem vor, unter dem Druck der Pharmaindustrie voreilig eine Pandemie ausgerufen zu haben. In der vergangenen Woche hatten Abgeordnete des Europarates einen Untersuchungsausschuss gefordert. Ende Januar sind Anhörungen von WHO- und Pharmavertretern geplant. „Wir müssen unsere Lehren ziehen“, sagte WHO-Sprecherin Chaïb, „sehen, was wir richtig und was wir falsch gemacht haben, wie wir besser werden und schneller arbeiten können.“





                  Kommentar zur Klarstellung:
                  Ursprünglich bestellt wurden von den für die Pandemie-Impfung zuständigen Bundesländern bei GlaxoSmithKline (GSK) insgesamt 50 Mio. Dosen. Vorgesehen war seinerzeit die zweimalige Verimpfung an 25 Mio. Deutsche (also rund 30 % der deutschen Bevölkerung).

                  Geliefert wurden von GSK von dieser Bestellung bisher (Anfang Januar 2010) aber nur 18,6 Mio. Die Lieferung weiterer rund 6 Mio. Dosen wurde zwischen GSK und den Bundesländern vereinbart und die Abnahme garantiert. Damit kommt man auf 25 Mio. Dosen an neuerdings vorgesehener Gesamtlieferung.

                  Weitere 9 Mio. Dosen werden ebenfalls von den Bundesländern bezahlt, aber vorläufig bei GSK eingelagert. Ein Weiterverkauf dieses Kontingents an andere Länder (Nationen) ist geplant.

                  GSK erhält von den Bundesländern damit insgesamt und in vollem Umfang die Erlöse für 34 Mio. produzierter Impf- Dosen im Gegenwert von rund 283 Mio. Euro (anstatt 50 Mio. Impfdosen für 416 Mio. €)

                  Die Lieferung von 16 Mio. Dosen (50 – 34) wurde storniert und dieses Kontingent muss nicht bezahlt werden. Bei einem Preis von 7 € zzgl. 19 % Umsatzsteuer (8,33 € pro Dosis) bleibt den Bundesländern bereits jetzt die Bezahlung von rund 133 Mio. € (416 – 283 Mio. E) erspart.

                  Zudem können die Bundesländer hoffen, durch einen Weiterverkauf von 9 Mio. Dosen des vorerst bei GSK (quasi kommissarisch) eingelagerten Impfstoffs (im nominellen Wert von rund 75 Mio. €) eine weitere partielle Entschädigung ihre Kosten zu erhalten und damit ihre Gesamtaufwendungen möglicherweise nahezu zu halbieren (Statt der ursprünglich 416 Mio. € nun nur: 283 Mio. € minus x von 75 Mio. €)
                  Last edited by german-docter; January 13th, 2010, 09:12 AM. Reason: typo

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                  • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                    http://www.aerztezeitung.de/medizin/...&h=-1109155712

                    Ärzte Zeitung, 08.03.2010

                    Normalzulassung für H1N1-Impfstoff

                    Alle auf dem Markt verfügbaren Impfstoffe gegen Schweinegrippe sind nach einem besonderen Verfahren für Pandemieimpfstoffe zugelassen.

                    Nimmt die WHO die Pandemiestufe 6 zurück, verlieren die Pandemieimpfstoffe automatisch ihre Zulassung.


                    Um dem zu entgehen, müssen die Hersteller für ihre Produkte die Normalzulassung erwerben, sagt Dr. Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut. Seines Wissens haben die meisten Unternehmen die erforderlichen zusätzlichen Studien abgeschlossen.

                    Dass die WHO die Pandemiestufe 6 für die Neue Grippe in naher Zukunft verlässt, glaubt Pfleiderer allerdings nicht.

                    Auch wenn die Situation momentan entspannt anmutet, könnte die bestehende Restzirkulation des neuen H1N1-Virus mit dem Auftreten von virulenten Driftvarianten jederzeit in eine zweite Infektionswelle übergehen

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                    • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                      also, praktisch entscheidet die WHO hier, was in Deutschland
                      wann zugelassen ist

                      sollte die kommende Saison auf der Suedhalbkugel nicht mehr
                      Grippe-Infektionen als normal bringen, dann wuerde ich es fuer
                      vernuenftig halten die Pandemiestufe zurueckzunehmen

                      die WHO hat hierfuer die Phase "post-pandemic"

                      Bisher keine Reassortments mit normaler Grippe gemeldet
                      I'm interested in expert panflu damage estimates
                      my current links: [url]http://bit.ly/hFI7H[/url] ILI-charts: [url]http://bit.ly/CcRgT[/url]

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                      • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                        Der Stern berichtet am 11. März 2010 darüber, dass die Impfrate bei Schweinegrippe niedriger gewesen sei als bei der saisonalen Grippe in einer normalen Grippesaison

                        "Nicht einmal jeder zehnte Deutsche hat sich gegen Schweinegrippe impfen lassen. Das geht aus Daten des niedersächsischen Gesundheitsministeriums hervor. "Die Zahl liegt merklich unter der Impfrate einer normalen Grippesaison von rund 20 Prozent", erläutert ein Ministeriumssprecher."

                        Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der Landesgesundheitsminister. Nach den vorläufigen Daten aus 13 Bundesländern habe die Impfrate je nach Bundesland zwischen vier und zehn Prozent gelegen.

                        Nicht einmal acht Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix seien verbraucht worden.

                        "Nach Abschluss der Verhandlungen müssen die Bundesländer 34 Millionen der bestellten 50 Millionen Impfstoffdosen vom Pharmahersteller GlaxoSmithKline abnehmen. Damit sparen sie laut Ministerium 133,3 Millionen Euro von den ursprünglich veranschlagten 416,5 Millionen Euro."

                        Die endgültigen Zahlen zur Schweinegrippeimpfung könnten sich in der Nacherfassung noch geringfügig erhöhen, weil etwa noch Daten aus betriebsärztlichen Impfungen hinzukämen.

                        link:
                        http://www.stern.de/gesundheit/schwe...n-1550148.html

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                        • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                          der Impfstoff kam ja auch zu spät für die Welle, während saisonaler
                          Impfstoff rechtzeitig da ist
                          I'm interested in expert panflu damage estimates
                          my current links: [url]http://bit.ly/hFI7H[/url] ILI-charts: [url]http://bit.ly/CcRgT[/url]

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                          • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                            Originally posted by gsgs View Post
                            der Impfstoff kam ja auch zu spät für die Welle, während saisonaler
                            Impfstoff rechtzeitig da ist
                            Ein großen Teil der Schuld liegt bei der Medien, die Panik wegen Adjuvantien verbreiteten, und der Reaktion der Mehrheit von Hausärzte. Als es dann auch hieß sie müssen immer 10 Menschen fast gleichzeitig impfen, und Lieferengpässe zu Stande kamen, war der Zug bei der Bevölkerung meine Meinung nach, fast abgefahren.
                            Last edited by Mousehound; March 12th, 2010, 09:40 AM. Reason: Rechtschreibung

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                            • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                              http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...il.php/2421090

                              Die Stuttgarter Zeitung berichtet am 15.3.2010 darüber, dass Baden-Württemberg zu den Schlusslichtern bei der Schweiegrippe-Impfquote gehört:

                              Stuttgart - Nicht einmal jeder zwanzigste Bürger im Südwesten hat sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen. "In Baden-Württemberg sind bis 31. Dezember 2009 rund 380 000 Impfungen bei den Vertragsärzten durchgeführt worden", erklärte eine Sprecherin am Donnerstag die ersten Schätzungen des Gesundheitsministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. Zu diesen Hausarztimpfungen kämen die Privatversicherten, die Impfungen in den Betrieben und für das Personal in Krankenhäusern und Gesundheitsämtern, sowie bei Polizei und in der Justiz. Insgesamt liege damit die Impfquote im Südwesten bei vier bis fünf Prozent.

                              Damit belegt Baden-Württemberg einen der letzten Ränge im Bundesländervergleich.
                              Nach den vorläufigen Daten aus 13 Bundesländern lag die Impfrate je nach Land zwischen vier und zehn Prozent.
                              (...)



                              link zum vollständigen Artikel:

                              http://www.stuttgarter-zeitung.de/st...il.php/2421090

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                              • Re: Deutschlands countdown für die Schweinegrippe-Impfung

                                http://www.stern.de/gesundheit/schwe..._campaign=alle

                                Stern: 22. April 2010

                                Schweinegrippe-Impfstoff: Deutschland bleibt auf Pandemrix sitzen

                                Für den überschüssigen Impfstoff gegen das Schweinegrippe-Virus hat Deutschland immer noch keine Käufer gefunden. Viel Zeit, die gut 28 Millionen Dosen im Ausland loszuwerden, bleibt nicht mehr.

                                (...)
                                Die Wahrscheinlichkeit, etwas von dem Impfstoff zu verkaufen, werde von Tag zu Tag geringer, betonte der Sprecher [des niedersächsischen Gesundheitsministeriums]. Der Impfstoff ist demnach bis November 2011 haltbar.(...)

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